UNI 1st Welt-Kongress
Freitag 7. September
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Kongressnachrichten:
UNI verlangt Maßnahmen gegen Simbabwe
09.09
Stopp der Unterdrückung in Burma
08.09
Die Macht teilen und die Globalisierung neu ausrichten 08.09
Kofi Annan und Walter Riester unterstützen Gewerkschaftsrechte 08.09

Kernpunkt: Organisieren, Organisieren, Organisieren
07.09
Kongress verlangt Freilassung inhaftierter Gewerkschafter
06.09
Die Menschen sind die Verlierer in der instabilen neuen Wirtschaft
06.09
Frank Bsirske, ver.di President
06.09
Wir alle gehören zur UNI-Familie 05.09
Die Welt braucht die UNI ! 05.09
‘Freedom Roll’ rückt Menschenrechte in den Brennpunkt des UNI-Weltkongresses 05.09

Kernpunkt: Organisieren, Organisieren, Organisieren

Organisieren, Organisieren, Organisieren - dies ist der Titel einer der wichtigsten Arbeitsunterlagen für den Kongress und zweifellos auch ein gutes Motto, das die Delegierten aus Berlin mitnehmen werden.

Das Hintergrundpapier beschreibt anhand von Beispielen erfolgreiche Methoden, die zur Gewinnung neuer Mitglieder eingesetzt werden, ergänzt durch Geschichten über positive, persönliche Erfahrungen aus allen Teilen der Welt.
"Die wichtigste Aufgabe für die Gewerkschaften aller Kontinente besteht heute darin, durch gezielte Mitgliederwerbung den Bestand ihrer Mitglieder zu erhöhen", erklärte Joe de Bruyn, UNI Asia & Pacific- Präsident, auf dem Kongress.
Die Jugend-Delegierten unterbreiteten ihre eigenen Ideen für die Rekrutierung und Einbeziehung "neuer Arbeitnehmer".
Die amerikanische SEIU veranschaulichte ihre Kampagne für Rekrutierung von Hausmeistern (vornehmlich Immigranten) und die Behandlung der damit verbundenen Probleme anhand eines Filmbeitrags, in dem diese Beschäftigten als "The working poor" (Armut trotz Arbeit) bezeichnet wurden.
Es geht heute darum, dass die Gewerkschaften sich selbst und ihre Strategien verändern:
"Sie müssen ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf die Organisierung und Rekrutierung lenken", so Joe de Bruyn.
Angesichts der zunehmenden Macht globaler multinationaler Unternehmen kommt der internationalen Koordination und Unterstützung der Gewerkschaften über die UNI eine entscheidende Bedeutung zu.
"Durch gemeinsame Anstrengungen im Rahmen der UNI könnten die Gewerkschaften sehr viel mehr erreichen, ganz besonders, wenn es um bestimmte multinationale Firmen geht. Die Gewerkschaften müssen mit der UNI Möglichkeiten einer stärkeren Zusammenarbeit erörtern und könnten auf diesem Wege eine Verbesserung der Tarifverhandlungsergebnisse erreichen", erklärte Joe.
Der Bericht "Organisieren, Organisieren, Organisieren" gibt auch einen Überblick über verschiedene Kampagnen, die die UNI und ihre Gründungspartner ausgearbeitet haben und insbesondere in Call Centern und Mobiltelefon-Firmen zum Einsatz bringen.
Zahlreiche Initiativen von Mitgliedsorganisationen rund um die Welt werden im einzelnen beschrieben:

  • Rundfunkspots in den USA, aus denen die Beschäftigten erfahren, dass gewerkschaftlich organisiertes Lebensmittelpersonal bessere Löhne und Leistungen erhält. (UFCW)
  • Eine Kampagne zur Organisierung der Dot.Com-Angestellten von Amazon.com. (CWA)
  • Eine 4 Monate dauernde Kampagne, mit der 80% des Personals der Mobiltelefonfirma COSMOTE organisiert werden konnten. (OME-OTE)
  • Das phänomenale Wachstum der ASPEK in Indonesien: 5'000 Mitglieder im März 1999 und über 10'000 Mitglieder heute.
  • Jugend-Workshops geben der Organisierung in Sambia Auftrieb (Gewerkschaft des Wach- und Sicherheitsdienstpersonals).
  • Rekrutierung bei Studenten in Dänemark.
  • Mitglieder einer Gewerkschaft rekrutieren auch für andere Gewerkschaften in Singapur (NTUC).

Die Gewerkschaften müssen aus den traditionellen Schemen ausbrechen und Neuland beschreiten, um neue Gruppen von Arbeitnehmern ansprechen zu können.
"Das bedeutet, Frauen und Männer, Teilzeit- und Leiharbeitskräfte und Vollzeitbeschäftigte", erklärte Joe in seinem Grundsatzreferat.
"Das bedeutet, junge ArbeitnehmerInnen, auch Teenager, die während ihrer Ausbildung auf Teilzeitbasis arbeiten, und das bedeutet: Organisierung in neuen Sektoren, da der rasche technologische Wandel und bessere Kommunikationen die Beschäftigungswachstumssektoren rasch verändern und die Beschäftigungsschwerpunkte verlagern.


Abschließend erwähnte Joe ein Erfolgsbeispiel aus seiner eigenen Gewerkschaft der Ladenangestellten, SDA, in Australien, wo 205 der 216 Beschäftigten eines Warenhauses im nördlichen Stadtteil von Sydney nach einem persönlichen Gespräch der Gewerkschaft beigetreten sind.
Die meisten dieser neuen Mitglieder sind sehr jung und arbeiten auf Teilzeit- und Zeitvertrags-Basis.
"Beschäftigte aller Gruppen kommen in die Gewerkschaft, wenn sie vom Nutzen eines Gewerkschaftsbeitritts überzeugt werden können".

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