UNI-Pressemitteilung
UNI
verlangt Maßnahmen gegen Simbabwe
UNI-Weltkongress
wählt zum Abschluss eine Frau in das Amt des Präsidenten
Im Verlauf der Schluss-Sitzung des
UNI-Weltkongresses in Berlin verlangten die Delegierten einen zeitweiligen
Ausschluss Simbabwes aus dem Commonwealth und einen erhöhten Druck von
Seiten europäischer Regierungen angesichts der in diesem Land
beobachteten Verstöße gegen Menschen- und Gewerkschaftsrechte.
Die Delegierten stimmten einem Antrag zu, der die Wiederherstellung aller
demokratischen Rechte in Simbabwe verlangte.
"Der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung in Simbabwe und die
Verfolgung von Minderheiten durch das Mugabe-Regime, mit dem Ziel der
Landbesitzerergreifung, ist nichts anderes als eine ethnische Säuberung",
erklärte Gift Chimanikire, von der Post- und Telekom-Gewerkschaft
Simbabwes auf dem Kongress.
"Für jeweils 10 umgesiedelte Regierungsbefürworter auf jeder Farm
werden 100 Familien - das heißt, über 500 Personen - vertrieben, und
diese wissen nicht, wo sie eine neue Heimat finden".
Die Regierung unter Mugabe nimmt auch die Gewerkschaften unter Beschuss,
erklärte Gift Chimanikire, der der Oppositionspartei der Bewegung für
einen demokratischen Wandel und dem Zimbabwe Congress of Trade Unions
angehört.
Viele öffentlich Bedienstete haben aufgrund des Gesetzes kein Recht,
Gewerkschaften beizutreten, und Gewerkschaftsführer sind ständigen
Angriffen und Schikanierungsmaßnahmen ausgesetzt. Gift Chimanikire
beschuldigte die Regierung, mit der Schaffung unechter Gewerkschaften eine
Spaltung bei den Arbeitnehmern herbeizuführen.
Der Kongress sicherte auch den Gewerkschaften Argentiniens Unterstützung
in ihrem Kampf für die Erhaltung sozialer Rechte zu, angesichts der
Sparmassnahmen, die nach einem Angriff auf den Peso in diesem Land
eingeführt wurden.
Der Kongress lehnte die Lohn- und Leistungskürzungen bei öffentlich
Bediensteten und Rentnern ab und brachte seine Solidarität mit der
Bevölkerung und der Gewerkschaftsbewegung Argentiniens zum Ausdruck.
Mai-Len Remahl aus Finnland wurde als Nachfolgerin von Kurt van Haaren,
ver.di (früher DPG) für die Zeit von 2001-2003 zur zweiten Präsidentin
der UNI gewählt.
Sie ist Vorsitzende der 200'000 Mitglieder zählenden
Dienstleistungsgewerkschaft PAM in Finnland und eine der aktiven
Befürworterinnen der Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften in den
nordischen Ländern.
Joe Hansen, Amerika, wurde für die Zeit zwischen 2003 und dem nächsten
UNI-Weltkongress in den Vereinigten Staaten im Jahre 2005 zum dritten UNI-Präsidenten
gewählt.
Er war früher in der Fleischverarbeitung tätig und ist heute Secretary
Treasurer der United Food and Commercial Workers Union (USA und Kanada).
In seinem am Kongress gehaltenen Grundsatzreferat legte er den
Gewerkschaften nahe, ihre Aktionärsstimmrechte in Pensionsfonds
einzusetzen, um die Unternehmen zu einem verantwortungsvolleren Handeln zu
zwingen. Joe unternimmt in den USA zudem große Anstrengungen, um die
Immigrationsrechte von Arbeitnehmern ohne Papier zu verbessern.
Der Kongress verlangte schließlich neue Rechte für die neuen
Arbeitnehmer in der globalen Wirtschaft, die oft keine Arbeitsverträge
besitzen und unter schwierigen Bedingungen tätig sind, so zum Beispiel in
Call Centern, wo komplizierte Schichtarbeit verlangt wird.
"Dieser Kongress war von entscheidender Bedeutung", erklärte
der wiedergewählte UNI-Generalsekretär Philip Jennings.
"Wir brauchen eine Globalisierung menschlicher Prägung, und die
Gewerkschaften müssen auf internationaler Ebene noch enger
zusammenarbeiten, um Einfluss auf die multinationalen Unternehmen zu
gewinnen, die unser Leben in zunehmendem Maße bestimmen".
Wir wohnen einer Wiedergeburt von Gewerkschaften bei, die auch die neuen
Beschäftigten, häufig Selbstständige und ArbeitnehmerInnen in
atypischen Beschäftigungsverhältnissen, ansprechen."
Weitere Informationen erteilen:
Philip Jennings, UNI-Generalsekretär
Noel Howell, UNI-Pressesekretär 0041 79 446 2703 (Mobil)