UNI 1st Welt-Kongress
Donnerstag 6. September
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Kongressnachrichten:
UNI verlangt Maßnahmen gegen Simbabwe 09.09
Stopp der Unterdrückung in Burma 08.09
Die Macht teilen und die Globalisierung neu ausrichten 08.09
Kofi Annan und Walter Riester unterstützen Gewerkschaftsrechte 08.09
Kernpunkt: Organisieren, Organisieren, Organisieren 07.09
Kongress verlangt Freilassung inhaftierter Gewerkschafter 06.09
Die Menschen sind die Verlierer in der instabilen neuen Wirtschaft 06.09
Frank Bsirske, ver.di President
06.09
Wir alle gehören zur UNI-Familie 05.09
Die Welt braucht die UNI ! 05.09
‘Freedom Roll’ rückt Menschenrechte in den Brennpunkt des UNI-Weltkongresses 05.09

Die Menschen sind die Verlierer in der instabilen neuen Wirtschaft


Philip Jennings, UNI General Secretary

"Die Arbeitslosigkeit nimmt weltweit zu, und die Verlierer in der globalen Wirtschaft sind erneut die Menschen", erklärte Generalsekretär Philip Jennings auf der ersten Arbeitssitzung des UNI-Weltkongresses in Berlin.
"Die neue globale Wirtschaft ist ständigen Schwankungen unterworfen und unfair; und sie steht nicht im Dienste der Menschen. Die Dot.Com-Blase ist geplatzt.
"1997 Asien und 2001 Argentinien - die Unruhen auf den Finanzmärkten haben sich nicht gelegt, und dennoch halten die politischen Entscheidungsträger auf der ganzen Welt unbeirrt an ihrem Privatisierungs-, Liberalisierungs- und Arbeitsmarktflexibilisierungskurs fest."
Die UNI lehnt eine Unternehmenswelt, in der nur der Shareholder Value ausschlaggebend ist, entschieden ab.
"Die UNI verlangt neue wirtschaftliche Werte, die Menschenrechte, Gewerkschaftsrechte und die Umwelt respektieren", erklärte er.
Philip erwähnte anschließend die Regeln, die die UNI als Grundlage für ihre Tätigkeit betrachtet:
"Wir befürworten die IAO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit, die neuen OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen und die Globale Vereinbarung der UNO (Global Compact), für die wir uns nachhaltig einsetzen."
Der Globalisierungsprozess hat zu einer beispiellosen Ballung der Wirtschaftsmacht geführt.
"Meine Botschaft lautet: wir müssen stärkere Gewerkschaftsnetze aufbauen und in diesen globalen Firmen konsequentere Organisierungskampagnen durchführen".
Die UNI hat bisher mit drei globalen Unternehmen Abkommen unterzeichnet, die bestätigen, dass diese Firmen - wo immer sie tätig sind - Kernarbeitsnormen und Gewerkschafts- und Arbeitnehmerrechte einhalten und sich zu den Grundsätzen: keine Diskriminierung, keine Zwangsarbeit und keine Kinderarbeit bekennen.
"Wir sind im Begriff, weitere solche Abkommen zu treffen, und wenn immer möglich, sollen Europäische Betriebsräte auch durch Globale Betriebsräte ergänzt werden", so Philip.
Die Einhaltung dieser Abkommen muss jedoch überwacht werden.
Ziel der UNI ist es, Gewerkschaftsmitglieder zu globalen Akteuren zu machen, dank einer globalen, regionalen und sektoralen Struktur, mit dem Ziel, neue Rechte in multinationalen Unternehmen zu gewinnen, glaubwürdige Alternativen zur Globalisierung aufzuzeigen und eine soziale Dimension bei der regionalen Integration zu schaffen".
Die Entwicklung in Amerika wurde aufgrund der Auflagen internationaler Agenturen verlangsamt, erklärte Juan Zanola, Präsident von UNI-Americas, und der Globalisierungsprozess war dieser Region auch nicht förderlich.
"Wir sind von einer Gruppe von Yuppies abhängig, die darüber entscheiden, ob sich der Einsatz in Argentinien lohnt oder nicht.
"Wir sind mit einem Globalisierungsmodell konfrontiert, das wir nicht umgehen können - an uns liegt es nun, ein Gleichgewicht zu finden".
Er wies zudem nachdrücklich darauf hin, dass nach dem Kampf zur Beseitigung der Diktaturen der Glaube an die Demokratie heute durch Politiker geschwächt wird, die ihre Versprechen nicht einhalten.
Ein bedeutender Erfolg der UNI war ihre Kampagne zur Verhinderung der Fusion zwischen MCIWorldCom und Sprint, die im Bereich des Internet-Backbone eine beherrschende Stellung eingenommen hätten.
"Dieses Beispiel zeigt, dass wir wirksame Maßnahmen gegen multinationale Konzerne ergreifen können", erklärte Tony Young, UNI-Europa-Kopräsident.

Frank Bsirske, ver.di Präsident

Frank Bsirske, verdi Präsident

ver.di-Chef Bsirske: "Der Globalisierungsprozess braucht Regelungen, um regionale Entwicklungsspielräume zu schaffen."
Der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Bsirske, verwies heute in seinem Grußwort an den in Berlin tagenden Weltkongress der United Network International (UNI) darauf, dass es trotz aller Globalisierung darauf ankommt, den einzelnen Ländern ökonomische Entwicklungsspielräume einzuräumen. Es müsse auf Wachstumsstrategien gesetzt werden, die an unterschiedliche Regionen und Länder angepasst seien.
"Nach all den mit schöner Regelmäßigkeit auftretenden Krisen im Weltfinanzsystem kann uns keiner mehr erzählen, dass der Markt selbst das Steuerungsinstrument der Globalisierung ist", sagte er. Weil der Markt nicht unfehlbar sei, gebe es kein Mittel, das im Falle einer ökonomischen Krise pauschal eingesetzt werden könnte. Die "Doktrin von Liberalisierung, Deregulierung und Marktöffnung" sei kein Allheilmittel, sondern stelle im Gegenteil eher die Ursache der Krisen dar.
Die Proteste der Globalisierungskritiker hätten gezeigt, dass die Gewerkschaften mit ihren Forderungen weltweit unterstützt würden. "Die Welt ist keine Ware – für diese Losung finden wir viele Bündnispartner", so Bsirske. Es gelte, gemeinsam die sozialen Bedingungen in den Gesellschaften zu verändern.
Als Ziele nannte Bsirske, sich gemeinsam für eine Demokratisierung von IWF und Weltbank einzusetzen sowie Maßnahmen zur Stabilisierung von Wechselkursen und Finanzmärkten zu initiieren. Zudem müsse der Kampf gegen die Armut im Süden aufgenommen werden..

Kongress verlangt Freilassung inhaftierter Gewerkschafter

Der erste UNI-Weltkongress schließt sich dem Aufruf zur unverzüglichen Freilassung der in Südkorea inhaftierten Gewerkschafter an.
Dem Aufruf ging eine bewegte Debatte mit Ansprachen der beiden Gewerkschaftsfunktionäre voran, die zwei UNI-Mitgliedsorganisationen in Korea leiten, deren Präsidenten in einem Gefängnis in Seoul inhaftiert sind.


Ein unbesetzter Stuhl auf der Rednertribüne des Kongresses symbolisierte die Abwesenheit eines dieser Präsidenten - Lee Yong-Deuk von der Finanzsektorgewerkschaft KFIU, der auch dem UNI-Weltvorstand angehört.
Im Gefängnis befinden sich abgesehen von Yang Kyong-Kyn, Präsident der Gewerkschaft öffentlicher und privater Bediensteter, KPSU, auch noch 150 Gewerkschaftsaktivisten.

Korean delegates make their point to Congress


"Die koreanische Regierung versucht, mit Gewalt und Zwangsmassnahmen die koreanische Gewerkschaftsbewegung in die Knie zu zwingen", erklärte Hwang Min-Ho, Vizepräsident der KPSU.
"Weshalb setzt die Regierung die Arbeitnehmer so stark unter Druck? Sie will an ihrem Privatisierungs- und Umstrukturierungsprogramm, das massive Entlassungen zur Folge haben wird, nicht gehindert werden."
Der Kampf für die Freilassung der inhaftierten Gewerkschafter geht weiter, erklärte Kim Kee-Joon, der amtierende Präsident der KFIU.
"Die Arbeitnehmer sind täglich mit Personalabbau- und erzwungenen Umstrukturierungs-Maßnahmen konfrontiert, und sie entbehren jeglichen Schutzes für den kommenden Winter", fügte er hinzu.

Koreanische Delegierte schlossen sich den Rednern auf der Tribüne an und sangen ein Kampflied, und die Delegierten trugen ihre traditionellen Stirnbänder, um ihrer Forderung nach Arbeitnehmerrechten in Korea Nachdruck zu verleihen.
Die UNI wird alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um die Freilassung der Gewerkschaftsfunktionäre zu erwirken, und sie verlangte, dass gegen sie erhobenen Anklagen fallengelassen werden.
Lee Yong-Deuk zum Beispiel wird der Störung der Geschäftstätigkeit beschuldigt. In Zusammenarbeit mit dem IBFG und anderen globalen Gewerkschaften wird die UNI die koreanischen Gewerkschaften in ihrem Kampf zur Verteidigung der Arbeitnehmerrechte, der sich nach der Wirtschaftskrise in Asien und der Gewerkschaftskampagne für eine kürzere Arbeitswoche besonders schwierig gestaltet, unterstützen.

Sendet den Betroffenen einen Brief:
Richtet Eure Solidaritätsbotschaften an Lee Yong-Deuk und Yang Kyon-Kyn.
Beide sind befinden sich im Seoul Detention Centre, Euiwang City, Kyongkido Province, South Korea.
Lee Yong-Deuk sitzt in der Zelle 8 (in Einzelhaft 23 Stunden pro Tag), und Yang Kyong-Kyn in Zelle 135.

Unterzeichnung die Freiheits-Urkunde
Nach Abschluss der Debatte über Korea standen die Delegierten zur Unterzeichnung der gigantischen Petition an, in der die Freilassung der Gewerkschafter in Südkorea verlangt wird.

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