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Kongressnachrichten:
UNI
verlangt Maßnahmen gegen Simbabwe 09.09
Stopp
der Unterdrückung in Burma 08.09
Die
Macht teilen und die Globalisierung neu ausrichten 08.09
Kofi
Annan und Walter Riester unterstützen Gewerkschaftsrechte 08.09
Kernpunkt:
Organisieren, Organisieren, Organisieren 07.09
Kongress
verlangt Freilassung inhaftierter Gewerkschafter
06.09
Die
Menschen sind die Verlierer in der instabilen neuen Wirtschaft
06.09
Frank
Bsirske, ver.di President 06.09
Wir
alle gehören zur UNI-Familie 05.09
Die
Welt braucht die UNI ! 05.09
‘Freedom
Roll’ rückt Menschenrechte in den Brennpunkt des UNI-Weltkongresses
05.09
Wir
alle gehören zur UNI-Familie
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Kurt Van Haaren
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Die UNI ist erst 20 Monate alt, besitzt aber bereits ihren
Slogan: "Wir sind eine Familie"
Auf der Eröffnungsfeier stimmten Bundespräsident Rau, der Regierende
Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und die 2000 Delegierten,
Beobachter, Botschafter und Gäste in den Song der Weather Girls, "we
shall be free" ein.
Präsident Rau
"Die Wirtschaft muss im Dienst der Menschen stehen, und nicht
umgekehrt", erklärte Bundespräsident Rau, der selbst
Gewerkschaftsmitglied ist.
"Gewinnmaximierung - die oft auf Kosten der Arbeitsplätze erfolgt -
kann doch nicht das höchste Ziel einer Wirtschaft sein", erklärte
er, und erhielt dafür viel Beifall.
"Gewinn ist zweifellos unerlässlich, doch muss damit die Pflicht
verbunden sein, den Menschen eine Erwerbstätigkeit und ein Einkommen zu
sichern".
Er forderte die Gewerkschaften auf, in der zunehmend globalen Wirtschaft
international zu handeln:
"Wir dürfen nicht zulassen, dass mit der Internationalisierung des
Kapitals ein Provinzialismus der Gewerkschaften einhergeht".
Bürgermeister Wowereit - ein ver.di-Mitglied, betonte, dass sich die
Beschäftigten auch in der neuen Wirtschaft gut verteidigen müssen.
"In einer Zeit der Veränderungen ändert sich eines nicht: wir
brauchen nach wie vor starke Gewerkschaften - ohne sie wird es nicht
möglich sein, den sozialen Frieden zu verwirklichen".
Die jüngste Rednerin, eine ver.di-Jugendaktivistin, Martina Hartung,
berichtete über ihre Tätigkeit mit jungen Menschen im einem
Zeitungsverlagshaus. Sie vertritt heute die Jugend landesweit.
"Wir werden junge ArbeitnehmerInnen nur dann für die Gewerkschaften
gewinnen können, wenn wir ihre Sprache sprechen", meinte sie.
UNI-Präsident Kurt van Haaren, der den 1. UNI-Weltkongress offiziell
eröffnete, forderte die Gewerkschaften auf, im Umgang mit globalen
Entscheidungsträgern in den multinationalen Unternehmen eine Gegenmacht
zu schaffen.
"Auf diesem Kongress verlangen wir eine Globalisierung sozialer und
menschlicher Prägung", erklärte er.
Margret Mönig-Raane leitete im Namen der gastgebenden ver.di die
Eröffnungsfeier. Sie wies auf die Bedeutung der vom Kongress zu
treffenden Entscheidungen hin und erklärte: "Wir müssen die
Interessen aller unserer Mitglieder - in Deutschland und auf der ganzen
Welt - wirksam wahrnehmen".
Karl Diller, Parlamentarischer Staatssekretär, präsentierte den
Anwesenden eine Kongress-Gedenkbriefmarke und überreichte dem
Bundespräsidenten, dem Regierenden Bürgermeister, dem UNI-Präsidenten
und dem UNI-Generalsekretär sowie anderen Spitzenfunktionären der
Internationale ein Briefmarkenheft.
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Margret Moenig-Raane
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The Weather Girls
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"Wir sind eine
Familie" lautete der erste Song der Gruppe; er brachte auf treffende
Weise die Gefühle der Delegierten nach dem Zusammenschluss der vier
Globalen Gewerkschaften am 1. Januar 2000 zum Ausdruck.
"Wir werden frei sein" ist auch ein Leitmotiv der UNI, die sich
die Solidarität durch das Netz zur Aufgabe gemacht hat, und die rasche
Reaktion auf Unterstützungsgesuche über das Netz, um Verstöße gegen
Menschen- und Gewerkschaftsrechte durch Arbeitgeber und Regierungen in
allen Teilen der Welt unverzüglich herauszustellen und zu verurteilen.
Im Rahmen einer beeindruckenden Eröffnungsfeier mit musikalischen und
kulturellen Einlagen aus der ganzen Welt wurde die ergreifende Geschichte
der Stadt Berlin gezeigt, begleitet von Dudelsackpfeifern, Blechbläsern
und Trommelschlägern, und auch "Schmetterlings-Stelzenläufer"
fehlten nicht auf der Rednertribüne im Estrel Convention Center.
‘Freedom
Roll’ rückt Menschenrechte in den Brennpunkt des UNI-Weltkongresses
Der UNI-Weltkongress ist eröffnet - zum Auftakt stimmten Delegierte
und Bundespräsident Johannes Rau in den Song "we shall be free"
ein und erklärten: "Wir werden heute Freiheit für alle
GewerkschafterInnen in allen Teilen der Welt verlangen".
Im Brennpunkt des ersten Kongresstages wird Korea stehen, wo unzählige
Gewerkschafter aufgrund ihrer Gewerkschaftsarbeit im Gefängnis sitzen.
Die Delegierten - die das traditionelle koreanische Stirnband tragen -
werden mit einem Gesang (Freiheitsurkunde) die sofortige Freilassung des
koreanischen Finanzsektor-Gewerkschaftsführers Lee Yong-Deuk verlangen.
Delegierte aus Korea und anderen Ländern, die an diesem ersten
UNI-Weltkongress im Estrel Convention Center in Berlin teilnehmen, werden
diese Urkunde morgen, Freitag, um 13 Uhr der Koreanischen Botschaft am
Schöneberger Ufer 89-91, 10785 Berlin, überbringen.
Lee Yong-Deuk befindet sich 23 Stunden pro Tag in Einzelhaft, und er muss
eine Strafe in dieser Form ein ganzes Jahr lang absitzen, weil er den
Kampf seiner Mitglieder gegen die massiven Arbeitsplatzverluste im Zuge
der Bankumstrukturierungen angeführt hat.
Er ist Mitglied des UNI-Weltvorstandes und wäre heute zweifellos unter
den 1700 Delegierten und Beobachtern in Berlin, wenn er sich auf freiem
Fuß befände.
Im Juli hat ihn eine UNI-Delegation im Gefängnis besucht.
"Der Präsident Südkoreas mag wohl einen Friedensnobelpreis haben,
doch steht sein Land sehr schlecht da, wenn es um die Achtung
internationaler Grundnormen im Bereich der Gewerkschaftsrechte geht",
erklärte Christopher Ng, UNI-Asia & Pacific-Regionalsekretär.
Der Kongress wird sich auch mit Gewerkschaftsrechten in Burma, Kolumbien
und Simbabwe befassen.
Der im Exil lebende burmesische Gewerkschaftsführer Muang Muang wird
über die Unterdrückung der Gewerkschaften durch das Militärregime
seines Landes sprechen.
Eine gigantische Photographie der demokratischen Führerin Burmas, Aung
San Su Kyi - die unter Hausarrest steht - hing während der
UNI-Weltfrauenkonferenz zu Beginn dieser Woche über der Rednertribüne.
Saul Pena aus Kolumbien wird ein Bild von den Verhältnissen in seinem
Land zeichnen, dem weltweit gefährlichsten Land für Gewerkschafter -
allein im vergangenen Jahr wurden 92 von ihnen getötet.
Am Sonntag werden die Angriffe auf Gewerkschaften unter der
Mugabe-Regierung verurteilt werden.
"Gewerkschaften sind wichtige Garanten für die Demokratie auf der
ganzen Welt - aus diesem Grund fürchten uns diejenigen, die autoritäre
Thesen verfechten", erklärte Christopher Ng.
Weitere Informationen erteilen:
Christopher Ng, UNI-Asia & Pacific-Regionalsekretär 0151 127 24828
(Mobil)
Raul Requena, UNI-Americas-Koregionalsekretär 0151 127 24815 (Mobil)
Noel Howell, UNI Presse-Sekretär 0151 127 24838 (Mobil)
Marion Lehman, Kongress Presse-Sekretärin 0170 910 1973 (Mobil)
Die
Welt braucht die UNI !
Die Welt braucht heute dringend eine
starke, globale Internationale, so der erste UNI-Präsident anlässlich
der Eröffnungsfeier zum UNI-Weltkongress.
"Die UNI setzt sich dafür ein, dass Gewerkschaften und ihre
Mitglieder zu globalen Akteuren werden", erklärte er vor Gästen,
Delegierten und Beobachtern.
"Die UNI ist die gewerkschaftliche Antwort auf die tiefgreifenden
Veränderungen, die durch die weltweite Vernetzung der Arbeit in der
Informations-, Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft hervorgerufen
wurden".
Das Internet ist die treibende Kraft des Wandels, der alle
Unternehmensprozesse in der "alten" und in der "neuen"
Wirtschaft in gleichem Maße betrifft, und der - verbunden mit einem
rücksichtslosen Aktionärs-Kapitalismus - gigantische
Umstrukturierungsprogramme mit massiver Rationalisierung beschleunigt hat,
erklärte Kurt.
Die Konvergenz ganzer Industrien und Deregulierungsmaßnahmen gehen Hand
in Hand mit der Schaffung supranationaler Konzerne. In vielen Ländern
zieht sich der Staat immer mehr aus dem öffentlichen Dienst zurück, und
viele private und öffentliche Unternehmen sind heute miteinander
verknüpft.
"Wir dürfen das Feld nicht den allmächtigen Multis überlassen und
ihnen erlauben, die Weltmärkte unter sich zu verteilen. Diese riesige
weltweite Macht verlangt Kontrolle und eine Gegenmacht; die Gewerkschaften
haben die dringende Aufgabe, dieses Gegengewicht schaffen.
"Die Reform der Weltwirtschaftsordnung stellt für uns alle ein
zentrales Anliegen dar, denn wir stellen fest, dass einige Länder unter
der übermäßigen Schuldenlast zusammenbrechen, dass sich die
Ungleichheiten verschärfen und dass den Arbeitnehmern und ihren
Gewerkschaften häufig nicht einmal die grundlegendsten Rechte gewährt
werden."
"Die heutigen Entwicklungen verlangen von der UNI, dass sie ihre
Position in allen ihren Zuständigkeitsbereichen ausbaut", erklärte
Kurt.
"Die globale Wirtschaft muss neu ausgerichtet werden, es müssen neue
Prioritäten gesetzt werden, aufbauend auf Prinzipien wie: nachhaltiges
Wachstum, mehr Beschäftigung, humane Arbeit, soziale Gerechtigkeit und
weltweite Anerkennung von demokratischen Rechten und Menschenrechten."
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