UNI 1st World Congress
Berlin, September 5-9 2001
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UNI Präsident, Kurt Van Haaren
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Liebe Delegierte, liebe Gäste aus aller Welt, im Namen des UNI-Weltvorstandes freue ich mich, euch alle sehr herzlich hier in Berlin zum 1. Weltkongress unserer neuen Gewerkschafts-Internationalen begrüßen zu können.
Unsere UNI ist am 1. Januar 2000 an den Start gegangen als Zusammenschluss der ehemaligen CI, der FIET, der IGF und der MEI. Sie zählt mit 940 Gewerkschaften und 16 Millionen Mitgliedern in 140 Ländern zu den bedeutendsten Gewerkschafts-Internationalen und sie ist die gewerkschaftliche Antwort auf die Herausforderungen der Dienstleistungs-, Wissens- und Informationsgesellschaft. Denn wir haben mit der Schaffung der UNI auf die zunehmende Konvergenz in den von uns vertretenen Branchen und Sektoren, auf die globale Vernetzung und auf das gigantische Monopoly immer größerer Supermultis in unseren Organisationsbereichen reagiert. 
Zunehmend ist unsere Arbeitswelt, ja sind zahlreiche Kernfragen unseres ganzen täglichen Lebens von internationalen Entscheidungen abhängig. Ein neuer digitaler Kapitalismus macht sich breit, mit immer krasseren Formen von Lohndumping, Angriffen auf die Gewerkschaften und Ausgrenzungen. Die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert sich. Selbst die Chancen der Informationstechnologie fallen einer digitalen Kluft zum Opfer. Nationalstaatlich lässt sich vieles nicht mehr steuern, weil die Arbeit in einer vernetzten weltweiten Wirtschaft sich
nationalen Parlamenten entzieht. Deshalb müssen Gewerkschaften und ihre Mitglieder zu globalen Akteuren werden. Richtig und zutreffend steht daher unser Kongress unter dem Motto "Globale Aktion @ - für die Menschen in der neuen Wirtschaft"!
Wir müssen mit der UNI einen neuen Internationalismus in die Wege leiten. Es gilt, sich grenzüberschreitend - konkret - gegenüber den Supermultis aufzustellen, Kernarbeitsformen durchzusetzen und weltweite Solidarität - auch über Netzwerkkampagnen - zu organisieren. Im Übrigen: Eine Globalisierung der Arbeitsmärkte erfordert eine Globalisierung der Arbeitsnormen. Gute soziale Mindeststandards sind unerlässlich. Ganz besonders müssen die Menschen- und Gewerkschaftsrechte weltweit geachtet werden.
Im Kampf gegen die Armut brauchen wir einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder. Immer dringlicher werden transparente demokratische Strukturen in globalen Einrichtungen wie dem IWF, der Weltbank und der WTO. Ich bin mir sicher, wir werden eindeutige Forderungen, und Durchsetzungsschritte diskutieren und beschließen. 
Berlin, die Hauptstadt des wieder vereinten Deutschland, ist ein historischer Ort. Die Spaltung in Ost und West, der von der Sowjetmacht errichtete "eiserner Vorhang" quer durch Deutschland ist überwunden. Berlin, 40 Jahre von einer Mauer durchzogen und zugleich eingemauert, ist Symbol und Inbegriff für den fortwährenden Kampf der Menschen für Freiheit und Demokratie während des kalten Krieges. Unvergessen der Ruf des Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt: "Berlin - links und frei - und im Zweifel für die Freiheit!"
In einer unblutigen Revolution hat das deutsche Volk die Mauer in Berlin eingedrückt. Ohne den damaligen Generalsekretär der Sowjetunion Michail Gorbatschow, die Standfestigkeit der Westmächte und den Mut der Menschen in Ostdeutschland wären "eiserner Vorhang" und die Berliner Mauer nicht niedergerissen worden.
Möge dies uns Kraft und Zuversicht geben, gemeinsam gegen Spaltung und Unterdrückung, für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Uns allen wünsche ich einen guten Verlauf unseres 1. Weltkongresses der UNI.

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