31.8.2004

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Handel

 

 

Britische Ladenmanager werden ausgebeutet:
Rund um die Uhr arbeiten, um rund um die Uhr zu öffnen

Viele britische Ladenmanager und Abteilungsleiter, unter dem Druck, Ziele zu erreichen und Profitspannen anzukurbeln, weisen normalerweise ausserordentlich hohe Arbeitssunden vor, was ihre Gesundheit, ihre Sicherheit und ihr Familienleben gefährdet.

Usdaw, Mitgliedsorganisation von UNI Handel, und deren Abteilung für Management, Sata, arbeitet derzeit an einem Fall, der der Regierung des Vereinten Königreiches vorgelegt werden soll, um so die Klausel des Landes zur "wahlweisen" Arbeitszeitbestimmung zu beenden. Das Vereinte Königreich steht allein da bei der Anwendung einer Politik, die es den Arbeitnehmern gestattet, wahlweise aus der maximalen 48-Stunden-Woche der Europäischen Union auszutreten.

Usdaw hat seit langem Befürchtungen, dass seine Mitglieder, besonders die Manager und Abteilungsleiter sich zum Austritt aus der 48-Stunden-Woche gezwungen sehen - und dann masslos die Stunden überziehen werden. Die Zahlen der Regierung belegen, dass 4.5 Millionen Menschen (25 % der Gesamtarbeitskraft) länger als 48 Stunden die Woche arbeiten. Einer von sechs Arbeitnehmern schafft mehr als 60 Wichenstunden.

Als Teil der Beweislast, die Usdaw der Regierungskonsultation, die nächsten Monat endet, übergibt, sucht die Gewerkschaft nun eine Teil der Mitgleider der Zielgrupp aus. Mehr als 12 000 Fragebögen sind in dieser Woche an Mitglieder von Usdaw/Sata, die auf Management - und Abteilungsleiterebe stehen, geschickt worden.

Der Fragebogen wird Usdaw ermöglichen, die Durchschnittswochenarbeitsstunden dieser Mitglieder im Vergleich zu ihrer vertraglich geregelten Arbeitszeit zu beweisen. Gleichzeitig wird das Ergebnis zeigen, wie viele Mitglieder darum gebeten bzw. unter Druck gesetzt wurden, die maximale 48-Stundenwochesign zu überschreiten.

Usdaw glaubt, dass die Regierungspolitik die Arbeitnehmer der Ausbeutung überlässt. John Hannett, Generalsekretär von Usdaw, sagte: "Die Regulationen haben mehr als genug Möglichkeiten, Schlupflöcher, Entscheidungsmöglichkeiten und Ausschlüsse zugelassen, um die Kultur der langen Öffnungszeiten im Vereinten Königreich aufrechtzuerhalten. Wir müssen diese Kultur angreifen, weil sie die Lebensqualität schädigt und Gesundheit in Gefahr bringt."

"Das 48-Stundenlimit auf die maximale Durchschnittsarbeitswoche wurde nicht aus der dünnen Luft gegriffen. Es basiert auf ausgedehnten Studien über lange Arbeitszeiten und Unfälle. Diese belegen, dass das Risiko von Unfällen und deren Ursachen durch Übermüdung in grösserer Anzahl, für die Zeit über 48 Stunden, gestiegen sind. Wir benötigen klare Grenzen, die weitläufig verstanden und rigoros angewendet werden."

 

Druck auf Kollektivvertragsvorteile

Aber auch die Handelsgewerkschaften sollten über den raschen Wachstum von Diskountern besorgt sein - einer davon ist übrigens Pennymarkt, eine Rewe-Tochter. Durch ihre Konzentration auf Niedrigpreise und eingeschränktes Sortiment drängen sie die ganze Einzelhandelsindustrie in eine Richtung, die für die Mitarbeiter nicht wünschenswert ist.

Diskonter beschäftigen vor allem Teilzeit- und Kurzeitpersonal, was die Mitbewerber mit einer entwickelteren Personalpolitik in eine negative Richtung zwingt. Das Ergebnis kann ein Druck auf die Gewerkschaften sein, Zugeständnisse bei Kollektivverhandlungen machen zu müssen, was besonders in den Mittel- und osteuropäischen Ländern, wo Löhne und Unterstützungszahlungen niedrig sind, verheerend wäre.