09.08.2005

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Carrefour Korea auf Kollisionskurs mit der Gewerkschaft - UNI Handel bemüht sich um Lösung

Die Gewerkschaft bei Carrefour in Südkorea und der Bund der Dienstleistungsgewerkschaften, haben Klage wegen Falschaussagen eingereicht, die vom Unternehmen während einer kürzlichen Beschäftigungsmesse gemacht wurden. Dies illustriert die schwierige Situation der Arbeitsbeziehungen einmal mehr. Das örtliche Personalmanagement scheint Schwierigkeiten dabei zu haben, zu verstehen, dass Arbeits- und Gewerkschaftsrechte auch in ihrem Land respektiert werden müssen. UNI Handel hält sowohl zur Gewerkschaft als auch zum verantwortlichen Carrefour Management Kontakt und bemüht sich um eine Konfliktlösung bevor der Konflikt explodiert.

Die koreanische Geschäftsleitung von Carrefour ist einmal mehr auf Kollisionskurs mit der koreanischen Mitgliedsorganisation von UNI Handel. Kollektivvertragsverhandlungen entwickeln sich in unseriöser Weise, die Gewerkschaft wird an der Mitgliedsrekrutierung gehindert und es gibt einen ernsthaften Verdacht, dass zumindest ein Teil der Geschäftsführung versucht, die Gewerkschaft zu vernichten.

UNI Handel arbeitet eng mit der Gewerkschaft in Südkorea und UNIs Vertreterin in Korea, Jay Choi, zusammen und bemüht sich um Lösung, bevor die Situation explodiert. Es besteht auch ein direkter Kontakt zur Geschäftsleitung von Carrefour in Paris und Seoul. Die nächsten Tage werden entscheidend sein und zeigen, ob die globale Vereinbarung über Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte zwischen Carrefour und UNI / UNI Handel auch in Korea effektiv angewendet wird.

Erst kürzlich hatte Carrefour Anzeige gegen die Gewerkschaft erstattet. Angeblich war es Geschäftsverlusten gekommen, da Gewerkschaftsmitglieder in ihren Gewerkschaftsjacken zur Arbeit gekommen waren. Dies aber ist eine übliche und auch bescheidene Art der koreanischen Gewerkschaften, ihren Protest auszudrücken, bevor stärkere Massnahmen, wie beispielsweise Streiks, angewendet werden. Auch ist das Tragen von Jacken absolut legal.

Zudem hatte das Unternehmen der Gewerkschaft mitgeteilt, dass jegliche weitere finanzielle Unterstützung eingestellt werden solle. Auch dieser Vorgang würde aber frühere Vereinbarungen und koreanische Gebräuche verletzen.

Die Gewerkschaft hat selbstverständlich auf diese Massnahmen des örtlichen Personalmanagers von Carrefour reagiert. Ein Ein-Mann-Streikposten demonstrierte vor der französischen Botschaft in Seoul. Die Gewerkschaft klagt nun ausserdem gegen den Bürgermeister von Chonju City, weil er nicht eingeschritten war, als Carrefour auf der Beschäftigungsmesse Falschaussagen über die offenen Positionen machte. Das Unternehmen hatte Arbeitssuchende darüber im Unklaren gelassen, dass sie in Wahrheit von einer Zeitarbeitsfirma und nicht von Carrefour selbst beschäftigt werden würden.

UNI Handel besteht darauf, dass die Geschäftsleitung der Carrefour Gruppe in Paris, sowie das verantwortliche Landesmanagement in Korea die direkte Verantwortung zur Lösung der Situation übernimmt, bevor es zum offenen Konflikt kommt. Weitere Verhandlungen werden in dieser Woche erwartet.