07.03. 2005
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Finnische
Ladenangestellte wollen kürzere Öffnungszeiten
Ladenangestellte in Finnland wollen nicht spät in der Nacht oder an Sonntagen arbeiten. Dies geht aus einer Studie hervor, die von PAM, der finnischen Mitgliedsorganisation von UNI Handel, in Auftrag gegeben worden war. Arbeitgeber hatten beharrlich behauptet, dass die Gewerkschaft die Meinungen ihrer Mitglieder falsch auslegte, wenn sie sich der Erweiterung der Ladenöffnungszeiten entgegenstellte. - Die Studie belegt eindeutig, dass die Gewerkschaft konsequent im Namen der Mitgliedschaft gesprochen hat, so Ann Selin, Vorsitzende der PAM, die die Studie gestern in Helsinki vorstellte. - Die klare Mehrheit der Verkäuferinnen und Verkäufer in Einzelhandelsgeschäften sieht keine Notwendigkeit in einer Erweiterung der Ladenöffnungszeiten, stellt Selin fest. - Im Gegenteil, fast die Hälfte würde sogar die geltenden Öffnungszeiten beschränken. Derzeit haben Geschäfte in Finnland unter der Woche bis 21.00 Uhr geöffnet. Zusätzlich können sie zu begrenzten Zeiten an einer festgelegten Reihe von Sonntagen, haptsächlich im Sommer und unmittelbar vor Weihnachten, öffnen. Sowohl späte Abendstunden und Arbeit an Sonntagen ärgern die Ladenangestellten und Abteilungsleiter. Die grösste Sorge besteht dabei darin, dass sie weniger Zeit für die Familie und andere soziale Kontakte hätten. Die Einzelhandelsangestellten sind auch der Meinung, dass die letzten Stunden nicht einmal profitabel seien. Wo Arbeitgeber ihre Geschäfte so lange wie möglich offen halten, geschieht dies mit Unterbesetzung des Personals, befindet die finnische Studie. Dies schafft zusätzlich ein Gefühl der Unsicherheit am Arbeitsplatz und auf dem Heimweg. Die meisten Befragten würden überhaupt nicht an Sonntagen arbeiten wollen (28 Prozent) oder nur an wenigen Sonntagen im Jahr (29 Prozent). Ann Selin weist auf einen anderen wichtigen Punkt hin. Eine klare Mehrheit der Ladenangestellten (57%) ist der Meinung, dass nur wenige Arbeitnehmer dazu bereit wären an Sonntagen zu arbeiten, falls die Arbeitszeit ausgedehnt werden sollte. Dies steht nun im Gegensatz zu vielen der kürzlichen Spekulationen in den Medien, stellt sie fest. Es gab eine Medienkampagne, die ganz klar von den Arbeitgebern geführt wurde, um die Öffnungszeiten vollständig zu liberalisieren. Die meisten finnischen Ladenangestellten akzeptieren Arbeit an wenigen Sonntagen vor Weihnachten. Dieses Ergebnis steht im Zusammenhang mit dem hohen Zuschlag von 100% für Sonntagsarbeit, der den ständigen Teilzeitkräften ein wichtiges Zusatzeinkommen bedeutet. Würde der Zuschlag gestrichen werden, wie es einige Arbeitgeber bereits angedeutet haben, wären nur 14 % der Arbeitnehmer zur Sonntagsarbeit bereit. . |