20.07.2006
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Vereinzelte
Arbeitnehmervertretung reicht nicht: Ö sterreichs GPA fordert auch gemeinsame Betriebsräte für EinkaufszentrenBeschäftigte in Einkaufszentren müssen eine gemeinsame Stimme bekommen, so Wolfgang Katzian, Vorsitzender der grossen UNI-Mitgliedsorganisation in Österreich, der GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten). Auf einem Treffen mit Arbeitnehmern und der Geschäftsleitung des Lugner City Einkaufszentrum in Wien, versprach Katzian den Beschäftigen, die Gewerkschaft werde sie "nicht im Regen stehen lassen und ihre Forderung voll unterstützen". Diese reichen von der Ablehnung der Ladenöffnung an Sonntagen und der Nachfrage nach besserer Umsetzung der Tarifverträge bis zur Debatte um bessere Sanitäranlagen im Einkaufszentrum.
Die Initiative der GPA kommt zu einer Zeit, in der Einkaufszentren wie niemals zuvor einen enormen Einfluss auf die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer nehmen können. Ladenöffnungszeiten und viele andere Bedingungen werden grundsätzlich in den Verträgen zwischen dem Einkaufszentrum und den Läden geregelt. Dies erfordert aber einen Sozialdialog zwischen den Gewerkschaften und der Geschäftsleitung der Einkaufszentren. Siebzig Prozent der Arbeitnehmer und Betriebsräte in Einkaufszentren wünschten sich eine lokale Gewerkschaftspräsenz vor Ort, so die GPA. Diese Gewerkschaftsvertretung würde wie ein Betriebsrat funktionieren und wäre in der Lage, auftretende Probleme mit dem Sozialpartner schnell zu lösen. Durchschlagende 99 Prozent der Arbeitnehmer bei Lugner City erteilen der Ladenöffnung an Sonntagen eine Absage, berichtet die Gewerkschaft. Obwohl eine klare Mehrheit grundsätzlich mit den Arbeitsbedingungen zufrieden ist, müssen offene Probleme gelöst werden. Die Arbeitnehmer können von gelegentlich langen Wochenenden nur träumen und Tarifvertragsbestimmungen werden nicht immer eingehalten. Ein Drittel aller Arbeitnehmer im Einkaufszentrum finden es schwierig, während des Tages die Toilette aufzusuchen. "Da geht es nicht darum jemanden schlecht zu machen," sagt Katzian, "aber dieses Problem muss und wird sauber gelöst werden." Die Gewerkschaft wird sich dafür einsetzen und Gespräche mit der Geschäftsleitung des Einkaufszentrums aufnehmen. Wichtigstes Instrument sei natürlich der Tarifvertrag, aber es genüge nicht, nur Einkommen zu erhöhen. Es gilt auch Fortschritte bei der Verbesserung der Arbeitssituation abzusichern. Katzian lenkt die Aufmerksamkeit auch auf die Notwendigkeit der Einrichtung von Kindertagesstätten. Hier soll die Bundesregierung erforderliche Massnahmen ergreifen. Ebenso verlangt der GPA-Vorsitzende sichere und effiziente Einrichtungen für Pendler, einschliesslich einer besseren Abstimmung von Fahrplänen mit den Ladenöffnungszeiten. |