07.03. 2005
|
|
Lidl soll Arbeitnehmer bis
zur Krankmeldung treiben
Lidl treibt seine Arbeitnehmer so sehr an, dass sie krank geschrieben werden müssen. Dies berichtet eine schwedische Regionalzeitung und kommentiert so die Situation in einem Geschäft von Lidl in Bromölla. - Lidl ist ein Unternehmen, dass von oben nach unten gemanagt wird, schreibt die Sydöstran und stellt fest, dass es sich hier um eine rauhere Unternehmenskultur handelt, als man es in Schweden gewohnt sei.- Wir kennen es an schwedischen Arbeitsplätzen nicht, dass der Gang der Arbeitnehmer zur Toilette hinterfragt wird, so die schwedische Zeitung. Interessanterweise taucht das Thema nur wenige Monate nach einem anderen Skandal um den deutschen Hartdiscounter wieder auf, als das Unternehmen beschuldigt wurde, von seinen weiblichen Angestellten zu verlangen, dass sie während der Monatsperiode Stirnbänder tragen müssten, wenn sie während der Arbeitszeit zur Toilette gehen wollten. Im Laden in Bromölla ist bereits weit mehr als die Hälfte der Belegschaft für längere Zeit krank geschrieben, gibt Sydöstran an. - Die Arbeitnehmer werden unter Druck gesetzt, damit die Preise niedrig gehalten werden können. Die Verbraucher sollten wissen, dass die neue Discounterkette auf niedrige Personalkosten und vor allem auf Teilzeitarbeit unter den ohnehin schlecht bezahlten Frauen setzt. Die Zeitung fordert, dass der schwedische Einzelhandel und die schwedischen Verbraucher eine Wahl treffen müssen, wenn nun ein Konflikt zwischen einer menschlicheren Arbeitsumgebung und Niedrigpreisen entstehe. Als Sydöstran sich um ein Interview mit der örtlichen Geschäftsführung über die beschriebenen Probleme bemühte, wurde das Blatt an die Zentrale in Stockholm verwiesen. - Auch das Management vor Ort sollte wohl das Recht haben auf Fragen zu antworten, wundert sich die Zeitung und kritisiert das Unternehmen dafür, die schwedische Tradition der Meinungsfreiheit nicht zu respektieren. - In Schweden bieten Gesetze und Vereinbarungen den Arbeitnehmern beste Möglichkeiten der Information. Ausserdem muss niemand wegen aufrichtiger Kritik am Arbeitgeber um seinen Arbeitsplatz fürchten. |