31.08. 2004

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Handel

 

 

 

Wieder einmal zeigt der deutsche Discounter sein wahres Gesicht:
Lidl hat seine tschechischen und polnischen Arbeitnehmerinnen dazu genötigt, sich durch Stirnbänder während ihrer Monatsperiode zu kennzeichnen

Lidl hat wieder einmal sein wahres Gesicht gezeigt. Lebensmittelzeitung, die führende Wochenzeitung für den Handel, berichtet, dass der deutsche Harddiscounter seine tschechischen Verkäuferinnen dazu gezwungen hat, während der Monatsperiode ein sichtbares Stirnband zu tragen. Wie berichtet, wurde diese Methode auch den Arbeitnehmerinnen in Polen auferlegt, was wiederum die Vermutung erhärtet, dass das Management in Deutschland davon Kenntnis gehabt und die Vorgehensweise abgenickt haben muss.

Das Stirnband wurde den Arbeitnehmerinnen aufgezwungen, um es den Abteilunsgleitern zu ermöglichen, die Menstruationszeit der Frauen zu identifizieren, da nur ihnen auch zugestanden wurde, auf die Toilette zu gehen, ohne vorher um Erlaubnis zu bitten. Andere Arbeitnehmerinnen dürfen dies nur während der geregelten Pausenzeit tun.

Lidl hat damit die Grenze des guten Geschnacks restlos übertreten, so die deutsche Wochenzeitung.

Nicht zum ersten Mal steckt der deutsche Discounter in Peinlichkeiten auf dem europäischen Markt. Erst kürzlich wurde Lidl in Polen beim Verkauf von Kakaopulver erwischt, welches hauptsächlich Speisestärke enthielt und nur zu 30 Prozent Kakao. In der Tschechischen Republik fällte das Unternehmen kurzerhand ohne Erlaubnis mehr als 100 alte Bäume, um ihren Laden, der sich in der Nähe der alten Allee befand, von der Strasse aus sichtbar zu machen.

Lebensmittelzeitung berichtet auch über wachsende Verärgerung unter Lidls deutschen Mitbewerbern in diesen Ländern, die spüren, dass der Harddiscounter die Reputation deutscher Unternehmen schwer schädigt. Viele dieser Unternehmen zahlen aber bessere Löhne, bilden ihre Arbeitnehmer vernünftig aus und erkennen deren Gewerkschaftsrechte an.