23.03. 2005

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Verdorbener Ruf eilt Lidl bereits voraus:
Noch vor dem drohenden Markteintritt rüstet kroatische Handelsgewerkschaft gegen den unerwünschten Discounter auf

Wenn Lidl in diesem Sommer seine Märkte in Kroatien eröffnet, sind Arbeitnehmer und Konsumenten bereits vorgewarnt. Die führenden Tageszeitungen des Landes berichteten in der vergangenen Woche darüber, welche Lehren die CTUCR aus den schlechten Erfahrungen der Handelsgewerkschaften in den anderen europäischen Ländern, in denen Lidl seine Missachtung guter Arbeitsbeziehungen immer wieder unter Beweis stellt, bereits gezogen hat. Deshalb hat die Vorsitzende der kroatischen Mitgliedsgewerkschaft von UNI Handel, Ana Knezevic, sich die frühzeitige Aufklärung über die brutalen Arbeitgebermethoden der Billigkette auf die Fahne geschrieben.

"Den führenden Platz bei der Verletzung der elementaren Arbeitnehmerrechte könnte sehr bald die deutsche Handelskette Lidl übernehmen, wenn das Unternehmen im Sommer ihre ersten Läden in Kroatien eröffnet. ", so äusserte sich kürzlich Knezevic gegenüber Dani, "Es würde dann als schlechtester Arbeitgeber im Handelssektor betitelt werden." Wie zum Beweis hält Knezevic das SchwarzBuch hoch, das von der deutschen UNI Handel-Mitgliedsorganisation ver.di herausgegeben worden war und erzählt von den nahezu unglaublichen Methoden, unter denen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Lidl zu leiden hätten. Das Buch hatte schon in Deutschland hohe Wellen geschlagen und wird seitdem von Knezevic und ihren Kollegen auch in Kroatien vorgestellt. Auch eine kroatische Version des Buches soll es geben bis sich der Billigdiscounter aus Neckarsulm in Kroatien zu positionieren versucht.

Die kroatische Handelsgewerkschaft ist schon seit Jahren in die globalen Gewerkschaftsnetzwerke von UNI Handel eingebunden und hat durch deren tatkräftige Unterstützung für seine Mitglieder beachtliche Ergebnisse bei den führenden multinationalen Handelsunternehmen erzielen können. Nun vertraut es auch auf den Zusammenschluss der Mitgliedsorganisationen, die im vergangenen Jahr beschlossen hatten, unter Leitung von UNI Handel gemeinsam gegen den Arbeitgeber vorzugehen, dessen Taktik "auf der Schaffung eines Klimas der Angst und der Drohungen" beruhe, so Knezevic weiter. Konstante enge internationale Zusammenarbeit und regelmässige Öffentlichkeitsarbeit bilden dabei die Grundlage für die effektive gewerkschaftliche Vorbereitung auf den Markteintritt der Schleuderpreiskette. Lidl muss in Kroatien mit starkem Gegenwind rechnen, wenn es auch dort Mindeststandards unterschreiten und die Rechte der Mitarbeiter mit Füssen treten will.