Real, die Verbrauchermarktkette des deutschen Handelsmultis
Metro, hat Tez-Koop-Is, die türkische Mitgliedsorganisation von
UNI Handel anerkannt und die Aufnahme von
Tarifvertragsverhandlungen zugesagt. Dies geschah, nachdem die
Gewerkschaft mehr als die Hälfte der Unternehmensbelegschaft
erfolgreich rekrutiert hatte. Gestern trafen sich die Gewerkschaft
und das Unternehmen und gaben, als Startschuss für den künftigen
Sozialdialog, eine gemeinsame Erklärung ab.
Tez-Koop-Is hatte bereits früher, mit Unterstützung von UNI
Handel, ein ähnliche Vereinbarung mit dem französischen
Einzelhandelsmulti Carrefour treffen können. Die globale
Gewerkschaft war, gemeinsam mit der zentralen Geschäftsleitung,
auch in die positive Anerkennung durch Real einbezogen.
Die jüngsten Entwicklungen lassen nun den führenden
britischen Einzelhändler, Tesco, in einem mehr als zweifelhaften
Licht erscheinen. Das hochprofitable multinationale Unternehmen
mit Sitz in London, zieht in der Türkei, mit Hilfe der
türkischen Tochterfirma Tesco Kipa, eine beachtliche
Sozialdumpingsaktion durch. Diese beinhaltet unter anderem Löhne,
die unter Standard liegen, die Verweigerung von Zuschüssen, die
die grossen Wettbewerber ihren Arbeitnehmern zahlen, und den
Versuch systematischer Gewerkschaftsbekämpfung im Stil von
Wal-Mart.
Im Gegensatz zum französischen und deutschen Mitwettbewerber,
sowie den führenden türkischen Einzelhändlern, weigerte sich
Tesco bislang, die Anerkennungsbescheide des Arbeitsministeriums
anzuerkennen. Stattdessen hat das Unternehmen einen langatmigen
Prozess angestrengt und nutzt die verbleibende Zeit zur
Unterdrückung und Schikane, um die überwiegend jungen
Arbeitnehmer zu entmutigen und sie davon abzuhalten, der
Gewerkschaft beizutreten oder dort als Mitglied zu bleiben.