12.8.2005

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Handel

 

Metros Verbrauchermarktkette Real erkennt türkische Handelsgewerkschaft an und stellt damit Tesco in zweifelhaftes Licht

Real, die Verbrauchermarktkette des deutschen Handelsmultis Metro, hat Tez-Koop-Is, die türkische Mitgliedsorganisation von UNI Handel anerkannt und die Aufnahme von Tarifvertragsverhandlungen zugesagt. Dies geschah, nachdem die Gewerkschaft mehr als die Hälfte der Unternehmensbelegschaft erfolgreich rekrutiert hatte. Gestern trafen sich die Gewerkschaft und das Unternehmen und gaben, als Startschuss für den künftigen Sozialdialog, eine gemeinsame Erklärung ab.

Tez-Koop-Is hatte bereits früher, mit Unterstützung von UNI Handel, ein ähnliche Vereinbarung mit dem französischen Einzelhandelsmulti Carrefour treffen können. Die globale Gewerkschaft war, gemeinsam mit der zentralen Geschäftsleitung, auch in die positive Anerkennung durch Real einbezogen.

Die jüngsten Entwicklungen lassen nun den führenden britischen Einzelhändler, Tesco, in einem mehr als zweifelhaften Licht erscheinen. Das hochprofitable multinationale Unternehmen mit Sitz in London, zieht in der Türkei, mit Hilfe der türkischen Tochterfirma Tesco Kipa, eine beachtliche Sozialdumpingsaktion durch. Diese beinhaltet unter anderem Löhne, die unter Standard liegen, die Verweigerung von Zuschüssen, die die grossen Wettbewerber ihren Arbeitnehmern zahlen, und den Versuch systematischer Gewerkschaftsbekämpfung im Stil von Wal-Mart.

Im Gegensatz zum französischen und deutschen Mitwettbewerber, sowie den führenden türkischen Einzelhändlern, weigerte sich Tesco bislang, die Anerkennungsbescheide des Arbeitsministeriums anzuerkennen. Stattdessen hat das Unternehmen einen langatmigen Prozess angestrengt und nutzt die verbleibende Zeit zur Unterdrückung und Schikane, um die überwiegend jungen Arbeitnehmer zu entmutigen und sie davon abzuhalten, der Gewerkschaft beizutreten oder dort als Mitglied zu bleiben.