23.01.2006

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Britische Geschäftsangestellte: Widerstand gegen Erweiterung der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen erfährt breite politische Unterstützung

Mehr als 90 Prozent der Angestellten, die von Usdaw, der britischen Mitgliedsorganisation von UNI Handel, befragt worden waren, haben sich gegen erweitere Ladenöffnungszeiten an Sonntagen ausgesprochen. Die fünfhundert Befragten legten ihre Meinung im Zusammenhang mit einer Anhörung durch das Wirtschaftsministerium dar. Bisher können grössere Geschäfte an Sonntagen bis zu sechs Stunden öffnen.


Britische Ladenangestellte verbringen ihre Sonntage nicht gerne hier auf den Haupteinkaufsstrassen oder in Einkaufszentren. Neun von zehn befragten Usdaw-Mitgliedern sind gegen die Erweiterung der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen.

- Es ist ein klares Zeichen, dass sich Grossbritanniens 2.7 Millionen Einzelhandelsangestellte schlichtweg gegen die erweiterte Ladenöffnung von derzeit sechs Stunden ausgesprochen haben, so Usdaw Generalsekretär John Hannett, der gleichzeitig auch der Vizepräsident von UNI-Europa Handel ist. - Unsere Mitglieder sind die Menschen, die die Extrastunden abarbeiten müssen, falls die Regierung die bestehende, gut funktionierende Regelung ändern sollte. Deshalb wollen wir ihrer Stimme Gehör verschaffen.

Diese Umfrage stützt die Umfrage unter britischen Kunden, welche ergeben hat, dass 64% keine weiteren Ladenöffnungsstunden wünschten. Eine eindeutige Mehrheit versteht die negativen Auswirkungen durch Mehrbelastung auf die Ladenangestellte und die örtlichen Gemeinschaften.

- Unsere Umfrage zeigte auch, dass tatsächlich 56% unserer Mitglieder an Sonntagen weniger arbeiten wollen, weil dies der einzige Tag ist, an dem sie, auf dem ohnehin bereits dereguliertesten Markt in Europa, ein wenig Zeit mit ihren Familien verbringen können.

- Unsere Mitglieder möchten mehr Zeit zuhause verbringen, besonders wenn sie Kinder haben, was meist der Fall ist. Wenn die Käufer bereits an 150 Wochenstunden ihr Geld ausgeben könne, so könnten doch bei sechs Stunden an den Sonntagen alle gewinnen. Die Konsumenten gehen einkaufen, die Einzelhändler machen Umsatz und die Arbeitnehmer im Einzelhandel haben etwas Zeit für ihre Familien, stellt John Hannett fest.


John Hannett erwartet, dass die Regierung auch den Einwänden der Usdaw Mitglieder sorgfältig zuhört, bevor sie die bestehende Sonntagsregelung ändert. - Die Einzelhändler wundern sich darüber, dass Konsumenten und eine überdurchschnittlich hohe Zahl unserer Mitglieder gegen eine Erweiterung der Ladenöffnungszeiten sind, sagt Hannett.

Usdaw's Umfrage belegt, dass Sonntagsarbeit bei weitem keine freiwillige Angelegenheit ist. Von allen Befragten erklärte eine Mehrheit von 62 Prozent, dass sie wegen der Sonntagsarbeit bereits unter Druck gesetzt worden sind. Nur 11 Prozent der Arbeitnehmerschaft wage es, von ihrem Recht Gebrauch zu machen, die Arbeit an Sonntage abzulehnen, so die Gewerkschaft.

Usdaw wird das Wirtschaftsministerium auch daran erinnern, dass 161 Parlamentsmitglieder aller Parteien die Bedenken der Arbeitnehmer und die Negativwirkungen auf die örtlichen Gemeinschaften erkannt hätten.

- Wir sind überrascht über die grosse Unterstützung aller Parteien im Parlament und fast ein Drittel hat bereits angekündigt, sich einer Veränderung der derzeitigen Regelung zu widersetzen, fügt Hannett hinzu.

- Sie haben akzeptiert, dass diese Veränderung negative Auswirkungen auf das Leben unserer Mitglieder haben würde, die nicht zuletzt auch ihre Wähler sind. Wir freuen uns, dass man ihren Bedenken nun Aufmerksamkeit widmet. Aber selbst die grossen Einzelhändler können sich nicht auf längere Ladenöffnungszeiten einigen. Manche stimmen zu, andere sind dagegen.

- Unsere Einreichung an das Wirtschaftsministerium basiert nicht auf Emotionen sondern auf soliden Nachweisen. Wir werden dabei bleiben, dass die bestehende Regelung in zufriedenstellendem Masse funktioniert. Es gibt keinen überzeugenden Rückhalt für einer Erweiterung, die nicht einmal einen offensichtlichen Vorteil für den Einzelhandelssektor mit sich ziehen würde, stellt John Hannett abschliessend fest.