10.8.2006

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Wal-Mart will Gespräche mit dem Allchinesischen Gewerkschaftsbund (ACFTU) aufnehmen: Wie wäre es nun mit einem Sozialdialog in Amerika?

 

Nach dem Punktestand von 3:0 für den ACFTU gegen Wal-Mart, gibt der US Einzelhandelsriese nun nach und hat Gesprächen mit dem chinesischen Gewerkschaftsbund zugestimmt. Drei Läden sind bereits organisiert und die Organisierung weiterer Geschäfte sind derzeit in Vorbereitung. Wal-Mart hat verstanden, dass es in China ohne Gewerkschaftspräsenz keine Zukunft geben kann.

Man sollte hoffen, dass die Geschäftsleitung in Bentonville so bald wie möglich einsehen mag, dass diese Entwicklungen in China nicht isoliert zu betrachten sind. Chinas Arbeitsgesetzgebung könnte dem ACFTU zu einer besonders starken Stellung verhelfen und dessen Weg zu dem Arbeitsplätzen erleichtern. Tatsächlich gilt für die Arbeitnehmer das Recht, sich zu organisieren und ihre Interessen zu schützen.

- Wal-Mart strebt eine Win-Win-Lösung mit dem ACFTU durch persönliche Treffen und aktive Kommunikation an", erklärt Li Chengjie, Stellvertretender Vorsitzender von Wal-Mart China der Xinhua Nachrichtenagentur.

- Im Bezug auf die Fürsorge für das Personal ist Wal-Mart China bereit, mit dem ACFTU und den örtlichen Gewerkschaftsorganisationen effektiver und harmonischer zusammenzuarbeiten, so wurde der Wal-Mart heute von der China Daily zitiert.

Wie lange wird es wohl dauern, bis die Spitzenmanager in Bentonville, Arkansas diese Botschaft endlich verstehen? Angesichts aller Problemen, die durch die schlechte Behandlung der US amerikanischen Arbeitnehmer und das gewerkschaftsfeindliche Verhalten des Unternehmens entstanden sind, könnte man glauben, dass sie bald die Vorteile eines Sozialdialoges erkennen müssten.

- In den Monaten nach dem UNI Kongress in Chicago, der im letzten Sommer stattgefunden hatte, gab es zwischen UNI Handel und der Geschäftsleitung von Wal-Mart tatsächlich einige informelle Gespräche. Wir stimmten bei den meisten Themen nicht überein, aber es gab eine Diskussion und einen Meinungsaustausch, sagt Jan Furstenborg von UNI Commerce.

- Dann hat das Unternehmen eher abrupt die Kontakte wieder abgebrochen. Vielleicht waren sie aber auch überhaupt nur aufgenommen worden, weil Wal-Mart Wal-Mart nach der grossen Medienaufmerksamkeit auf den Kongress in Chicago dazu gezwungen gewesen war?

UNI Handel wäre natürlich jederzeit zu Gesprächen mit der Konzernleitung bereit, falls auch Wal-Mart dies wünschte.

Nun wartet man mit Spannung darauf, ob Wal-Mart auch in den Staaten die Augen aufmacht. Die Bustour, die derzeit unternommen wird, sollte jedenfalls als Wecksignal laut genug sein, um auch die stursten Gewerkschaftsgegner zu wecken.