08.12.2005
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Wal-Mart scheint es in
Deutschland nicht recht machen zu können Informationshotline per
Gerichtsbeschluss stillgelegt
Wal-Mart scheint grosse Schwierigkeiten damit zu haben, zu begreifen, dass ethische und moralische Werte sich in anderen Teilen der Welt von denen unterscheiden, die in ihren Büros in Bentonville ausgeheckt werden. Das jüngste Beispiel findet sich in Deutschland, wo die sogenannte "Ethikrichtlinie" des Einzelhandelsriesen durch das Düsseldorfer Arbeitsgericht vom Tisch gefegt wurde. Wal-Marts Versuch, seinen Mitarbeitern vor wenigen Monaten einen eigenen Verhaltenskodex aufzuzwingen, endete in einem grossen Aufschrei. Die Informationshotline, die die amerikanische Geschäftsleitung einrichten wollte, erinnerte viele Europäer an die dunkle Vergangenheit faschistischer und kommunistischer Herrschaften, in denen Denunzierung wesentlicher Bestandteil des Systems war. Das Verbot gegen Liebesbeziehungen zwischen Mitarbeitern, welches die Direktoren in Bentonville auferlegen wollten, brachte dem Einzelhändler lediglich Spott und Zorn. Die Gerichte zogen nun nach. Eine Informationshotline stellt eine Verletzung der deutschen Verfassung dar, so das Gericht in seinem strengen Urteil gegen den amerikanischen Handelsmulti. Darüber hinaus ist die Weigerung des Unternehmens, sich mit den Gewerkschaftsvertretern zu beraten, illegal. Wal-Mart ist es also nicht gelungen, sein brutales Arbeitgebervorgehen und die Verletzungen der Arbeitnehmerrechte an europäischen Arbeitsplätzen zu kopieren.
Auf dem kürzlich stattgefundenen globalen Gipfeltreffen von UNI Handel in Chicago in Chicago, erzählte Wal-Mart's Betriebsratsvorsitzende Elke Summers (Mitte) Carolyn Sapp, ehemalige Miss America und inzwischen Aktivistin für die Rechte von Mitarbeitern bei Wal-Mart in den USA, über ihre schwierige Tätigkeit. Ulrich Dalibor, ver.dis Einzelhandelssekretär, ist sehr besorgt über die Vorgehensweise des US Einzelhandelsriesen, dem es bisher nicht gelungen ist, die enormen jährlichen Verluste aufzufangen. Das Düsseldorfer Urteil bedeutet einen Sieg der organisierten Arbeitnehmer von Wal-Mart in Deutschland. Auf dem globalen Gipfeltreffen von UNI Handel in Chicago, berichtete die Betriebsratsvorsitzende Elke Summers über die schwierige Aufgabe, die sie und ihre Kollegen/innen, sowie auch ihre Gewerkschaft ver.di, zum Schutz und zur Verteidigung der Arbeitnehmerrechte zu bewältigen haben. Könnte nicht auch Wal-Marts fehlendes Verständnis für die Werte und die Kultur in den fremden Märkten einer der Gründe für die anhaltend schlechten Geschäftsergebnisse in Deutschland sein? |