Diese Entscheidung, als erste ihrer Art in den Vereinigten
Staaten, bedeutet einen erneuten Gesichtsverlust des grössten
Einzelhändlers der Welt. Hochprofitabel und mit einer
Eigentümerfamilie an der Spitze - den Waltons - welche die Liste der
reichsten Amerikaner anführt, errichtet Wal-Mart seinen Erfolg auf
Sozialdumping und Ausbeutung der Arbeitskräfte.
Die erneute Entscheidung am Donnerstag durch die
Generalversammlung von Maryland, welche das Gesetz über den fairen
Gesundheitsfürsorgenbeteiligung bekräftigt, ist ein Schlag auf die
Finger von Wal-Mart und Staatsgouverneur Robert Ehrlich. Der
Republikaner war in seiner Kampagne von Wal-Mart unterstützt worden
und zögerte offensichtlich nicht, diese Hilfe durch ein Veto gegen
den Gesetzentwurf zu erwidern.
Wal-Mart hatte dem Gouverneur am 15. Dezember 2004 einen Empfang
zur Mittelbeschaffung gegeben, nur einige Monate bevor er sein Veto
aussprach. Die Einladung zeigte sehr deutlich, dass Wal-Mart bei
dieser Veranstaltung der Sponsor über 1,000 US$ pro Person war und
der Gouverneur deren Nutzniesser.
"Stellen Sie Schecks an Bob Ehrlich für das Maryland Komitee
aus!", so war auf der Einladung zu lesen. Eine Kopie der Einladung
ist unter folgendem Link zu finden -
klicken sie hier.
"Die 825 000 Menschen in Maryland, denen eine Gesundheitsfürsorge
fehlt, haben es verdient, die Wahrheit zu erfahren über die
tatsächliche finanzielle Verbindung zwischen dem Gouverneur und
Wal-Mart. Denn Ehrlich bekämpft die Gesetzgebung, welche eine faire
Gesundheitsfürsorge für alle Staatsbürger vorsieht, einschliesslich
der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bei Wal-Mart", so kommentiert
UFCW, die amerikanische Mitgliedsorganisation von UNI Handel, den
Fall.
Nun haben sowohl Wal-Mart als auch der hilfreiche Gouverneur
verloren und das neue Gesetz in Maryland tritt in Kraft.
Ausserdem wird erwartet, dass nun auch andere US-Staaten
nachziehen werden. Ungefähr dreissig haben bereits ähnliche
Initiativen eingeführt. Dies ist eine starke Reaktion gegen
Wal-Marts antisoziales und unethisches Verhalten, aber auch gegen
das Phänomen der Walmartisierung, nachdem die Unternehmensgier zur
Verarmung von Arbeiterfamilien und der Verweigerung ihrer
Grundrechte führt, wie beispielsweise dem erschwinglichen Zugang zur
Gesundheitsfürsorge.
Kürzlich war in amerikanischen Zeitungen über Beschwerden seitens
der Unternehmen über den Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu lesen
Dies bedeute, dass Arbeitnehmer über höhere Einkommen verfügten und
der Profit sinke, wurde gewarnt. Wenigstens liesse sich sagen, dass
diese Stellungnahmen ehrlich seien. Sie führen aber vor allem die
zynische Brutalität vor, die hinter dem Phänomen der Walmartisierung
steht.