24.01.2006
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Neuer Tiefpunkt
aufgrund unmenschlichen Verhaltens: Wal-Mart streckt nach Verkehrsunfall die Finger nach Geld für Behandlung von schwerbehinderter Mutter dreier Kindern aus Wal-Mart setzt einen neuen Standard für miserabelstes Unternehmensverhalten. Der weltgrösste Einzelhändler zog gegen eine ehemalige Arbeitnehmerin vor Gericht, die seit einem Verkehrsunfall schwerbehindert ist. Der Einzelhandelsriese aus Bentonville, dessen Eigentümer - die Waltons - an der Spitze der reichsten Menschen in Amerika stehen, wollen ihre Finger auf die 417 000 US$ legen, die bisher in einem Treuhandfonds angelegt sind, um ihre medizinische Versorgung zu gewährleisten. Am vergangenen Samstag hatte eine Lokalzeitung über Wal-Marts unglaubliches Verhalten berichtet. Es kann kaum eine bessere Veranschaulichung der Brutalität und Gier geben für die Wal-Mart inzwischen auf der ganzen Welt berüchtigt ist. Debbie Shank war in einem Verkehrsunfall ausserhalb ihrer Arbeitszeit schwer verletzt worden. Mit Unterstützung ihrer Familie gelang es ihr, von dem Lieferunternehmen, das in den Unfal verwickelt gewesen war, eine Schmerzensgeldzahlung zuerkannt zu bekommen. Nach Begleichung der Anwaltskosten blieb die Summe von 417 000 US$ im Treuhandfonds zur Deckung der Kosten ihrer medizinischen Versorgung übrig, sowie 119 280 US$ für ihren Ehemann und die drei Kinder. Nun will Wal-Mart an das Geld ran. Das Unternehmen fordert, dass die Gesundheitskosten aus diesem Fonds bezahlt werden sollen, statt von der Krankenversicherung. Diese war von Wal-Mart getragen worden war, wo sie in Nachtschichten Regale aufgefüllt hatte. Herr Shank berichtet der Lokalzeitung, dass seine Frau nicht immer erkennen kann, welchen Sohn sie vor sich hat und dass sie nur einen Arm und zwei Finger bewegen kann. Er beschreibt auch seine Sorgen um die Zukunft seiner Frau, falls es Wal-Mart gelingen sollte, den Treuhandfonds anzurühren. Dann nämlich könnte sie wohl das Privatzimmer im Pflegeheim, in dem sie nun lebt, nicht mehr halten, auch den Vollzeit-Pfleger und den Kleintransporter nicht, in dem sie ihren Rollstuhl transportieren kann und der ihr Bewegungsfreiheit gewährt. Diese müsste sie dann wieder aufgeben. Wer aber wird von einem Erfolg Wal-Marts profitieren? Betrachten wir einmal eines der Familienmitglieder, S. Robson Walton, den Unternehmensvorsitzenden. Das führende amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes setzte ihn auf die Liste der zehn reichsten Menschen der Welt, mit einem mit einem Privatvermögen von 18,3 Milliarden US Dollar. Sollte es ihm tatsächlich gelingen, das Krankengeld seiner ehemaligen, nun schwerkranken, Angestellten in seine Tasche zu stecken, so es sein Unternehmen derzeit versucht, wird er ganz Offensichtlicherweise noch reicher sein. Wir wir bereits wissen, ist dies Wal-Marts Geschäftsidee. Es steht auf einem anderen Blatt Papier, ob er in der Nacht gut schlafen kann. Natürlich würde die medizinische Grundversorgung zunächst durch die Krankenversicherung von Debbie Shanks Ehemann gedeckt. Er hat das Glück für einen sozial verantwortlichen Arbeitgeber tätig zu sein und nicht für Wal-Mart. Auch die Steuerzahler in Missouri würden einspringen, so wie sie es bereits für andere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen von Wal-Mart und deren Familien überall in den Vereinigten Staaten tun. Wie tief dieses Verhalten in die Unternehmensprinzipien von Wal-Mart eingebettet ist, falls es solche wirklich geben sollte, wurde durch den Kommentar der Unternehmenssprecherin gegenüber der Lokalzeitung deutlich, obwohl auch ihr eine plausible Erklärung ganz offensichtlich nicht leicht fiel: - Es handelt sich um einen sehr traurigen Fall und ich verstehe, dass viele Menschen emotionale und sympathische Reaktionen zeigen, so Mona Williams, eine Sprecherin von Wal-Mart. - Allerdings ist es es für uns erforderlich den Bestand unseres Gesundheitsfürsorgeplanes zu schützen, so dass auch zukünftige Forderungen anderer Mitarbeiter und der Angehörigen erfüllt werden können. - Bedauerlicherweise sind einzelne Ausnahmen einfach nicht machbar, erklärte Williams nach Angaben der Zeitung. Das wird nicht jeder verstehen können und ich bin sicher, dass wir grosser Kritik ausgesetzt sein werden. Sie sollte Recht behalten. Nun kann man sich fragen, wann ein
Unternehmen zu weit darin geht, die grundlegendsten Regeln zivilisierten
Verhaltens zu missachten und sich ausserhalb der Weltgemeinschaft zu
positionieren. In diesem Fall, wieder einmal, hat Wal-Mart dies bestimmt
getan. |