17.03.2005
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Wal-Marts Informanten-Hotline
erinnert viele Europäer an die Jahre kommunistischer Unterwerfung und
einstige Stasimethoden
Dem amerikanischen Unternehmen Wal-Mart steht wegen des Sexverbotes und der damit in Zusammenhang stehenden Infohotline, die der Einzelhandels-Goliath seiner Arbeitnehmerschaft in Deutschlang aufgezwungen hat, ein Gerichtsverfahren bevor. Wal-Marts Betriebsrat selbst bereitet nun einen Prozess vor, in dem er ein Urteil erwirken möchte, welches die Umsetzung der sogenannten Ethikrichtlinie verhindern soll. Der Einzelhändler aus Bentonville in den Vereinigten Staaten hat einen Bann auf intime Beziehungen zwischen Mitarbeitern verhängt und zusätzlich dazu aufgefordert, dass die Arbeitnehmer sich gegenseitig über eine anonyme Hotline verraten sollen. Dies alles geschah ohne Absprache mit dem Betriebsrat und stellt somit eine Verletzung des deutschen Mitbestimmungsrechts dar. Wal-Marts fehlende Sensibilität und Respektlosigkeit vor der Kultur ihres europäischen Gastlandes hat die breite öffentliche Meinung in Deutschland gegen das Unternehmen aufgebracht. Besonders die Infohotline, über die die Arbeitnehmer verdächtige Übertretungen der Richtlinie durch Kollegen verraten sollen, da ihnen andernfalls der Verlust des Arbeitsplatzes drohen soll, hat den rohen Nerv der deutschen und europäischen Gesellschaft getroffen. Die Zeit, in denen diese Methoden ein zentraler Teil der kommunistischen Unterdrückungsmaschinerie der berücksichtigten ostdeutschen - und auch in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas - Staatssicherheit waren, ist noch lange nicht vergessen und verwunden. |