26. 01. 2004

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"Wiener Dialog" intensiviert Zusammenarbeit zwischen Handelsgewerkschaften

Am letzten Freitag trafen sich erneut die Länder, die sich auf Initiative unserer österreichischen Mitgliedsorganisation GPA unter dem Namen "Wiener Dialog" zur Herausstellung gemeinsamer Interessen zusammengefunden hatten. Die Handelsgewerkschaften von Kroatien, Slowenien, Ungarn, der Slowakischen Republik, der Tschechischen Republik, Österreich und Deutschland hatten auf ihrem dritten Treffen im Dezember 2003 nicht nur einen Ländervergleich über die derzeitige Situation im Handel gezeichnet, sondern sich ganz konkret auf gemeinsame, grenzüberschreitende Ziele und Aktivitäten für das kommende Jahr geeinigt. Nun wurde auf dem Arbeitstreffen, das von Renate Csörgits, Vizepräsidentin des ÖGB und Abgeordnete zum Nationalrat, eröffnet und von Erich Reichelt, GPA Geschäftsbereichsleiter, und Manfred Wolf, GPA Wirtschaftsbereichssekretär, geleitet wurde, die tatsächliche Umsetzung des Programms beschlossen.

Gemeinsame Aktion in den Grenzgebieten

So soll beispielsweise eine gemeinsame Aktion in den Grenzgebieten der benachbarten Staaten auf die Forderung nach dem arbeitsfreien Sonntag im europäischen Handel aufmerksam machen. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 1. Mai wollen die Handelsgewerkschaften schon bei den traditionellen Reden am Vormittag die Öffentlichkeit über dieses Problem informieren. Für den Nachmittag sind dann Treffen an den Grenzen geplant, bei denen sich Gewerkschaftsmitglieder und Vertreter verschiedener Institutionen der Länder symbolisch die Hände reichen und gemeinsam auftreten werden. Ein einheitliches Poster, das von allen Beteiligten gemeinsam gestaltet wurde, soll vorher in den Betrieben verteilt werden.

Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe wird bereits im März in Prag stattfinden. Dort soll unter anderem ein Aufruf, dessen Entwurf zur Zeit ausgearbeitet wird, überarbeitet und beschlossen werden. Dieser Aufruf erläutert tiefgehend das Problem und die negativen Auswirkungen, die sich aus der Öffnung der Läden an Sonntagen ergeben, nicht nur für die Mitarbeiter im Handel, sondern auf die Lebensqualität der ganzen Gesellschaft und wirtschaftlich auch auf klein- und mittelständische Unternehmen. Der Appell richtet sich an die Institutionen der Europäischen Union, Regierungen, Arbeitnehmer im Handel, Arbeitgeber und Kirchen.

Auf der Tagesordnung steht aber auch die Gestaltung der weiteren Zusammenarbeit, der Einbindung weiterer Mitgliedsorganisationen von UNI Europa Handel, beispielsweise, und der schnellere und effektivere Austausch von Informationen. Eine Internetplattform, die von allen beteiligten Organisationen gleichermassen genutzt und bereichert werden könnte, soll zu diesem Zweck eingerichtet werden.

Weiteres UNI Handel Engagement

Alex Rüdig, von UNI Europa Handel, die an der Sitzung in Wien teilgenommen hatte, begrüsste die Vorschläge und das Engagement der anwesenden Handelsgewerkschaften. "Die Initiative, die hier in Österreich ins Leben gerufen wurde, ist nicht nur für diese Region interessant.", sagte sie, "Deshalb wäre die Einbindung möglichst vieler Mitgliedsorganisationen von UNI Europa Handel wichtig, um die regionale Initiative zu einer europäischen Initiative der Gewerkschaften im Handel zu erweitern. So bekommen ihre Forderungen mehr öffentliche Aufmerksamkeit und ein stärkeres politisches Gewicht."

Ale Rüdig bekräftigte ihr weiteres aktives Engagement und versprach, weitere Mitgliedsorganisationen für das Projekt zu begeistern. Der Handelssektor von UNI Europa hatte als erster Sektor, bereits in den frühen Neunziger Jahren, mit verschiedenen Aktivitäten und Projekten in den heutigen Beitritts-Staaten, zu einer raschen Integration in das europäische Netzwerk der Handelsgewerkschaften beigetragen.