23.02. 2005

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Wiener Dialog wird in Berlin fortgesetzt und begrüsst die gewerkschaftliche Zusammenarbeit zur Unterstützung der Lidl Arbeitnehmer

Der sogenannte Wiener Dialog wurde letzte Woche in Berlin fortgesetzt. Von der GPA, österreichische Mitgliedsorganisation von UNI Handel, ins Leben gerufen, möchte diese regionaleuropäische Initiative zur gewerkschaftlichen Zusammenarbeit Gewerkschaftsrechte und ordentlichen Schutz von Arbeitnehmerinteressen durch Gesetzgebung und Tarifverträge fördern. Die Initiative bringt die Handelsgewerkschaften aus Österreich, Kroatien, der tschechischen Republik, Deutschland, Ungarn, der Slowakischen Republik und Slowenien zusammen. UNI Handel nimmt an den Treffen teil und arbeitet gemeinsam mit der GPA Handel an verschiedenen Themenbereichen.

Das besondere Interesse auf dem Treffen galt diesmal ver.dis Lidl-Schwarzbuch. Die Teilnehmer bewerteten es als äusserst wertvoll auch für ihre eigene Arbeit. Das Buch beinhaltet Zeugenaussagen aus erster Quelle von ehemaligen und derzeitigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen über das brutale Arbeitgeberverhalten des Unternehmens.

Gemeinsam mit ver.dis Einzelhandelssektor arbeitet UNI Handel derzeit an der englischen Version des Buches. Dieses soll bereits in den kommenden Wochen veröffentlicht werden, als Teil der Arbeit von UNI Handel zur Förderung von Arbeitnehmerrechten und Organisierung in diesem ausserordentlich gewerkschaftsfeindlichen Unternehmen. Das Lidl-Netzwerk von UNI Handel wird von Ulrich Dalibor geleitet, dem Einzelhandelssekretär von ver.di.

Alex Rüdig, die für UNI Handel an dem Treffen in Berlin teilnahm, berichtete über die extensive gewerkschaftliche Netzwerkstruktur, die zur Kooperationsförderung für den gemeinsamen Aufgabenbereich bei multinationalen Handelsunternehmen errichtet wird. Sie rief die Mitgliedsorganisationen von UNI Handel der gesamten Region dazu auf, sich aktiver an der Arbeit der Netzwerke und den Aktivitäten des Europäischen Sozialdialoges zu beteiligen.

Bis heute spielen erst wenige Mitgliedsorganisationen in den neuen EU-Mitgliedsstaaten eine aktive Rolle in der europäischen und internationalen Gewerkschaftsarbeit.

Das Rewe-Billa Netzwerk von UNI Handel hat bewiesen, dass Resultate durch gemeinsame Gewerkschaftsaktionen ereicht werden können - eine Meinung, die auch durch den eben erst neugewählten GPA Präsidenten Wolfgang Katzian auf seiner ersten grossen Pressekonferenz bestätigt wurde.

Angesprochen auf die Herausforderung, die sich durch Lidl stellt, sagte der Sekretär des GPA Handelssektors, Manfred

Wolf, dass die Zeiten, in denen Probleme mit einem multinationalen Unternehmen von einem isolierten nationalen Standpunkt betrachtet wurden, endgültig vorüber sind. Er fügte hinzu, dass die Gewerkschaften bereit seien zu einem Dialog mit den Arbeitgebern, die Gewerkschafts- und Arbeitnehmerrechte respektierten. Diejenigen aber, die diese nicht achteten, hätten mit einer gewaltigen Gewerkschaftsantwort zu rechnen.