Call-Center-Agents sind die Visitenkarte eines Unternehmens, ihre Situation als Beschäftigte entspricht jedoch nicht dieser Position. Freie MitarbeiterInnen von externen Call-Centern sind rechtlich massiv benachteiligt. Der Trend zu niedrigen Löhnen, atypischen Arbeitsverhältnissen und fehlender betrieblicher Vertretung ist deutlich. Da der Anteil von Frauen in dieser Branche besonders hoch ist, sind Frauen stärker betroffen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA). In Österreich arbeiten derzeit ca. 33.000 Menschen in Call-Centern.
Freie DienstnehmerInnen überwiegen
Vor allem in externen Call-Centern werden viele Beschäftigte nicht angestellt, sondern nur als freie DienstnehmerInnen engagiert. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um verdeckte Dienstverhältnisse. Mittlerweile prüfen die Gebietskrankenkassen die Call-Center-Branche flächendeckend. Die GPA setzt sich für eine Überführung dieser verdeckten in reguläre Dienstverhältnisse ein sowie auch für einen echten Call-Center-Kollektivvertrag für die externen Call-Center.
Information und Vernetzung
Die GPA veranstaltet am 29. Mai einen Aktionstag vor Call-Centern in ganz Österreich. Dabei werden Informationsmaterialien an die Beschäftigten verteilt. Eine eigene Homepage www.callgpa.at und die Gratis-Hotline 0800-220301 (durchgehend von Montag, 29. Mai, 15 Uhr bis Dienstag, 30. Mai, 18 Uhr; danach bis Ende Juli Mo-Fr von 8-17 Uhr) informieren die Beschäftigten über ihre Rechte und stellen ein spezielles Beratungsangebot für Call-Center-Agents zur Verfügung.
Die GPA möchte Menschen, die in Call-Centern arbeiten, in die Diskussion einbeziehen. Gleichzeitig soll die Vernetzung zwischen Call-Center-Agents, BetriebsrätInnen und GewerkschaftsvertreterInnen hergestellt werden. Dadurch wird auch die gewerkschaftliche Verhandlungsmacht bei Kollektivvertragsverhandlungen mit der ArbeitgeberInnenseite gestärkt.
Für atypisch beschäftigte Call-Center-Agents, die freie DienstnehmerInnen oder WerkvertragsnehmerInnen sind, fordert die GPA die Einbeziehung in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung und gleiche Rechte im Krankheitsfall sowohl gegenüber AuftrageberInnen als auch gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. Weiters sollen freie DienstnehmerInnen das aktive und passive Wahlrecht auf betrieblicher Ebene ausüben können.
Betriebsratswahlen nicht verhindern
Ziel der GPA ist es, dass Call-Center-BetreiberInnen in Hinkunft Betriebsratswahlen nicht verhindern. Denn die Anliegen, die von BetriebsrätInnen dringend vertreten werden müssten, reichen von der weit verbreiteten Überwachung am Arbeitsplatz über den permanenten Leistungsdruck, dem Call-Center-Agents ausgesetzt sind, bis hin zu fehlenden Weiterbildungsmöglichkeiten.
http://www.gpa.at/servlet/ContentServer?pagename=GPA/Page/Index&n=GPA_0.a&cid=1148638007800