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01/15/2004
Streik im Einzelhandel in Kalifornien: Spendenaufruf

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Rundschreiben Nr. U006 / GS
Nyon, den 16. Januar 2004
An alle UNI-Mitgliedsorganisationen
An die Mitglieder des UNI-Weltvorstandes
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Unsere Mitgliedsorganisation UFCW in den USA braucht eure Unterstützung zur Linderung der finanziellen Härten ihrer seit mehr als drei Monaten im Streik befindlichen Mitglieder.
Die UFCW und ihre 70'000 streikenden Mitglieder kämpfen für Grundrechte, die diesen erlauben, ihren Lebensunterhalt zu gewährleisten und sicherzustellen, dass sie und ihre Familien weiterhin Zugang zu einer erschwinglichen medizinischen Versorgung haben. In diesem Kampf stehen sie drei der größten Einzelhandelskonzerne der Welt gegenüber.
Am 11. Oktober 2003 leiteten die Beschäftigten in Safeway-Läden Protestaktionen gegen die Firma ein, deren Geschäftsleitung versuchte, die Löhne der Supermarkt-Angestellten zu kürzen und das Personal einer erschwinglichen Gesundheitsversorgung zu berauben. Seither befinden sich 70'000 Mitglieder im Ausstand und stehen Streikposten bei Safeway sowie bei Kroger und Albertson’s, die ihre Angestellten ausgesperrt haben.
Während die Verbraucher den Kampf in ihrer großen Mehrheit unterstützen, weigern sich diese höchst rentablen Firmen unter Anführung des CEO von Safeway, Steven Burd, - einem der finanzstärksten Wahlhelfer von George W. Bush - ihre Forderungen betreffend den Abbau des Tarifvertrags zurückzunehmen.
Safeway, Kroger, und Albertson’s wollen das Wal-Mart-Modell eines Niedriglohn- und Niedrig-Lohnnebenleistungs-Betriebs zu einem Vorbild für den gesamten Einzelhandelssektor machen.
UNI Handel hat wiederholt auf den von Wal-Mart schon vor einem Jahrzehnt eingeleiteten Wettlauf nach unten aufmerksam gemacht. Wir müssen nun bei einer unserer größten Mitgliedsorganisationen feststellen, welch verheerende Auswirkungen diese Politik hat.
Wenn Safeway und ihre Partnerfirmen in Kalifornien diesen Konflikt zu ihren Gunsten entscheiden, werden Verbrauchermarktangestellte in den Vereinigten Staaten in Zukunft Krankenversicherungsprämien von nahezu USD 5'000 pro Jahr leisten müssen. Gleichzeitig würden ihre Löhne und Leistungen gekürzt und damit weit unter den im bisherigen Tarifvertrag vereinbarten Sätzen liegen. Dies wiederum würde bedeuten, dass Verbrauchermarktangestellte, vornehmlich allein erziehende Mütter, nicht mehr in der Lage sein werden, sich eine Krankenversicherung für sich selbst und für ihre Familie zu leisten.
Wir dürfen diesen Konflikt nicht falsch verstehen: Beim US-Verbrauchermarktstreik und der Aussperrung handelt es sich nicht nur um eine lokale Angelegenheit. Diese 70'000 amerikanischen Handelsangestellten - Kassen- und Verkaufspersonal und andere Angestellte - stehen an der vordersten Front, an der künftige Trends in Bezug auf das Arbeitsleben im weltweiten Handelssektor festgelegt werden. Es stellt sich heute die Frage, ob die Gewinnsucht der Unternehmen nunmehr Löhne und Beschäftigungsbedingungen bestimmen werden, oder ob es der UFCW und ihren Mitgliedern gelingen wird, die soziale Dimension erfolgreich zu verteidigen.
Der Hintergrund zu diesem Konflikt ist ein Großangriff einiger der größten und ertragreichsten Einzelhandelskonzerne der Welt auf Arbeitnehmerrechte und Gewerkschaften. Wenn ihnen dies gelingt, werden die tarifvertraglich vereinbarten Zusatzleistungen auch in anderen Teilen der Welt schon bald vermehrt unter Druck geraten.
Der Kampf der UFCW geht uns daher alle direkt an.
Initiative in der Form eines Spendenaufrufs
Die streikenden und ausgesperrten UFCW-Mitglieder in Kalifornien brauchen dringend unsere Hilfe.
Die meisten Beschäftigten haben nun keine Krankenversicherung mehr, da sich die Arbeitgeber weigern, weiterhin Beiträge zu ihrem Gesundheitsvorsorge-Fonds zu leisten.
Wir alle kennen die stetige Bereitschaft der UFCW, befreundeten Gewerkschaften und ihren Mitgliedern in allen Teilen der Welt zu Hilfe zu kommen, wenn diese Unterstützung benötigen. Heute sind es die Gewerkschaft und ihre Mitglieder, die dringend unsere Hilfe benötigen.
Die UFCW leistet seit drei Monaten Unterstützung aus dem Streikfonds, und die Bedürfnisse der betroffenen Beschäftigten nehmen mit jedem neuen Streik- und Aussperrungs-Tag zu.
Die UFCW hat bereits großzügige Beiträge von Handelsangestellten-Gewerkschaften in Europa und Japan erhalten. Wir hoffen, dass sich auch eure Gewerkschaft dieser Aktion anschließen wird.
Ich richte hiermit einen Appell an euch alle und bitte euch, die betroffenen Beschäftigten in Funktion der finanziellen Mittel eurer Organisation nachhaltig zu unterstützen und damit diesen Firmen zu zeigen, dass dieser Kampf beobachtet und von den Gewerkschaften und ihren Mitgliedern weltweit unterstützt wird.
Spenden in Form von Schecks an die nachstehende Adresse zu senden:
Joseph T. Hansen
Secretary-Treasurer
United Food and Commercial Workers International Union
1775 K Street, NW
Washington, DC 20006
Mit kollegialen Grüßen
UNI Generalsekretär
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Support US shopworkers
Donate online and help 70,000 US shopworkers and UFCW members defend their health care rights - through the AFL-CIO at https://secure.ga3.org/08/holdtheline
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