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1. Tagung der UNI-Weltvorstandes
Edinburgh, 19. – 20. Juli 2000
Wal-Mart
Die Wal-Mart-Angestellten in Deutschland schlagen vor, in Streik zu treten. Sie reagieren damit auf die Weigerung des Einzelhandelsgiganten, den für Deutschland im Handel geltenden Tarifvertrag zu unterzeichnen. Das multinationale Unternehmen lehnt zudem einen Beitritt zum Arbeitgeberverband kategorisch ab.
Bislang konnte Wal-Mart in Deutschland keinen finanziellen Erfolg erzielen. Die Arbeitnehmer/innen befürchten nun, dass dies in ihren Löhnen und Bedingungen seinen Niederschlag finden wird, die bereits unter dem tarifvertraglich vereinbarten Durchschnitt liegen. Die Wal-Mart-Angestellten in Deutschland sind gut organisiert in ihren Organisationen, den UNI-Mitgliedsorganisationen HBV und DAG.
Wal-Mart ist das größte Einzelhandelsunternehmen der Welt, das über eine Million Personen beschäftigt.
In den Vereinigten Staaten ist Wal-Mart als skrupelloser Arbeitgeber bekannt, der geringe Löhne zahlt und nur prekäre Arbeitsbedingungen gewährt. Wal-Mart bringt zudem alle möglichen Strategien zur Anwendung, um die Arbeitgeber an einem Gewerkschaftsbeitritt zu hindern.
Die multinationale Firma mit Sitz in Arkansas betreibt einen erbarmungslosen Verdrängungswettbewerb und setzt zu diesem Zweck seine niedrigen Arbeitskosten ein, um seriöse Arbeitgeber, die die Rechte der Arbeitnehmer respektieren, aus dem Geschäft zu treiben. In Deutschland und im Vereinigten Königreich hat Wal-Mart einen Preiskrieg eingeleitet, der Tausenden von Handelsangestellten, d. h. ihren Arbeitsplätzen, in diesen Ländern zum Verhängnis werden könnte.
Im Namen von mehr als 15 Millionen Arbeitnehmern in 140 Ländern und 920 Gewerkschaften beschliesst der UNI-Weltvorstand, die streikenden Arbeitnehmer/innen in Deutschland mit den erforderlichen Solidaritätsaktionen zu unterstützen.
20. Juli 2000