Gemeinsame
Stellungnahme von
EuroCommerce
und Euro-FIET
zur
Beschäftigungsförderung
im
europäischen
Handel
7. 2.
1997
1. Der europäische
Handel ist das entscheidende Bindeglied zwischen den Herstellern und
den 370 Millionen Verbrauchern in der Europäischen Union. Über 30
Prozent aller Unternehmen sind Einzel- und Grosshandelsbetriebe, die
in der EU insgesamt 20 Millionen Personen beschäftigen und auf die 14
Prozent der europäischen Wertschöpfung entfällt. Von Bedeutung in
diesem Sektor sind die Dienstleistungen, die der Handel den
Verbrauchern bietet, da er ihnen ermöglicht, die grösstmögliche
Palette von Produkten zu erwerben, die besten Dienstleistungen und den
höchsten Gegenwert für ihr Geld zu erhalten und dadurch zu der
Maximierung ihrer Kaufkraft beizutragen.
2. Der Handel ist
folglich ein Eckstein des Binnenmarktes der Europäischen Union. Zur
Erbringung von Dienstleistungen werden der europäische Einzelhandel
und der Vertrieb weiterhin eine grosse Zahl von Arbeitskräften
benötigen. Wenn die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung
eines lebensfähigen und dienst-leistungsorientierten Einzel- und
Grosshandels gegeben sind, könnten zahlreiche neue Arbeitsplätze
geschaffen werden. Dies kann dazu beitragen, den durch den
strukturellen und technologischen Wandel bedingten Personalabbau
auszugleichen. Als dienstleistungsorientierte Branche wird der Einzel-
und Grosshandel jedoch weiterhin auf Arbeitskräfte, die einen
wichtigen Produktionsfaktor darstellen, angewiesen sein.
3. In dem von der
Europäischen Kommission 1993 veröffentlichten Weissbuch über
Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung ist eines der Ziele
die Schaffung von 15 Millionen Arbeitsplätzen bis Ende des
Jahrhunderts. Heute, drei Jahre später, ist die Europäische Union
immer noch weit von diesem Ziel entfernt. 18 Millionen Menschen in den
Mitgliedstaaten sind arbeitslos und es besteht kaum Aussicht auf eine
rasche Besserung der Beschäftigungslage.
4. Wachstum ist eine
wesentliche Voraussetzung für die Schaffung von Arbeitsplätzen; die
Erfahrung zeigt jedoch, dass wirtschaftliches Wachstum allein nicht
ausreicht, um das Problem der Arbeitslosigkeit einer Lösung
zuzuführen. Technologisch bedingte Produktivitätsentwicklungen und
unzureichende Investitionen in neue Produktionszweige haben in der
Europäischen Union unter anderem dazu beigetragen, dass der
Beschäftigungszuwachs hinter den Erwartungen zurückblieb. Einige
Mitgliedsstaaten haben politische Entscheidungen getroffen, die eine
Verringerung der Kaufkraft der Verbraucher und der Investitionen im
öffentlichen Sektor zur Folge hatten. Die hohen Arbeitslosenraten in
den Mitgliedsländern haben zu vermehrter Verunsicherung in bezug auf
die Zukunft geführt, was sich ebenfalls negativ auf den Verbrauch
auswirkte. Insgesamt blieb der Anstieg der Konsumquote hinter den
Erwartungen zurück und war in einigen Fällen sogar rückläufig.
Dies hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Beschäftigung im Gross-
und Einzelhandel. Voraussetzungen für eine positive
Beschäftigungsentwicklung im Handel und Vertrieb sind ein
arbeitsintensives Wachstum und den Verbrauch fördernde Strategien,
die auch Massnahmen zur Senkung der Zinssätze umfassen.
5. Nachdem die
Beschäftigung im europäischen Gross- und Einzelhandel zwischen 1985
und 1990 stark zugenommen hatte, lassen sich heute klare Anzeichen
einer rückläufigen Entwicklung erkennen. Die künftige Fähigkeit
dieses Sektors, den gegenwärtigen Beschäftigungsstand zu erhalten
und neue Arbeitsplätze zu schaffen, wird davon abhängen, ob es
gelingt, die Kaufkraft so stark zu erhöhen, dass sie einen
Beschäftigungsrückgang auffangen kann. Eine Erhöhung des
allgemeinen Wirtschaftswachstums und der Kaufkraft und die Zunahme der
Verbraucherwünsche können zu Veränderungen und Innovationen im
Bereich der Dienstleistungen im Handel führen.
6. Zur Ankurbelung des
Wirtschafts- und Beschäftigungswachstums in den Industriestaaten,
einschliesslich der Erhaltung und Förderung der Beschäftigung im
Handel, müssen sich die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten
vorrangig für eine Belebung der Binnennachfrage in den OECD-Ländern
einsetzen. Zu diesem Zweck müssen die grenzüberschreitenden
Infrastruktur-Investitionsprojekte, die das Europäische Weissbuch
über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung aus dem Jahre
1993 vorschlägt, im Rahmen des EU-Haushalts verwirklicht werden.
7. Globalisierung und
regionale Integration, verbunden mit wichtigen Entwicklungen im
Bereich der Technologie und Kommunikation haben den
Internationalisierungs-prozess im Handel beschleunigt.
Grenzüberschreitende Investitionen von Einzel- und
Grosshandelsunternehmen beeinflussen Wettbewerb,
Unternehmensstrukturen, Laden- bzw. Verkaufsflächengestaltung und
betriebliche Konzepte, die auch für die Beschäftigung von Bedeutung
sind. Aufgrund der in Europa bestehenden unterschiedlichen Einzel- und
Grosshandelsstrukturen sind die Auswirkungen dieses Prozesses auf die
Beschäftigung von Land zu Land verschieden.
8. In vielen
europäischen Stadtzentren hat sich das Bild des Einzelhandels in den
letzten 10 bis 20 Jahren grundlegend verändert. Die eingetretenen
Veränderungen machen eine vermehrte Erschliessung der Innenstädte
unerlässlich. In vielen kleineren Städten Europas verschwinden zudem
viele Einzelhandelsgeschäfte. Es sollte daher sorgfältig geprüft
werden, inwieweit sich diese Tendenz auf die bestehenden
Einzelhandelsstrukturen, auf die Umwelt, auf das Niveau der
Dienstleistungen und auf den örtlichen Markt auswirkt.
9. Die Entwicklung
neuer Absatzwege, die durch eine intensive Nutzung von
Informationsnetzen ermöglicht wird, kann die künftige Beschäftigung
wesentlich beeinflussen. Im Hinblick darauf wäre es zweckmässig, in
gemeinsamen Gesprächen zwischen EuroCommerce und Euro-FIET Fragen im
Zusammenhang mit der Informationsgesellschaft zu erörtern, unter
besonderer Berücksichtigung von Themen wie Home-Shopping,
elektronisches Shopping, computergestützter Vertrieb und Nutzung von
Informations-Netzwerken in anderer Form, sowie des neuen Grünbuchs
der Kommission über "Leben und Arbeiten in der
Informationsgesellschaft - der Mensch im Mittelpunkt" und der
Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Beschäftigung; dies sollte
als neues Thema in den laufenden Sozialdialog aufgenommen werden.
10. Nach der
Veröffentlichung des Weissbuchs über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit
und Beschäftigung im Jahre 1993 wurden verschiedene grundsätzliche
Massnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und zur
Verstärkung des Wirtschaftswachstums vorgeschlagen, die in den
Mitgliedstaaten zum Entstehen neuer Arbeitsplätze beitragen sollen.
Der Europäische Rat bestätigte dieses Vorgehen auf seiner Tagung im
Dezember 1993 in Essen, wobei er fünf Schlüssel-Aktionsbereiche
festlegte und die Sozialpartner aufforderte, sich nachhaltig für
diesen beschäftigungsfördernden Prozess einzusetzen.
11. Die unvermindert
hohe Arbeitslosigkeit in Europa führt uns die Notwendigkeit konkreter
Aktionen vor Augen, die auf europäischer und einzelstaatlicher Ebene
ergriffen werden müssen, um die bestehenden Arbeitsplätze zu
schützen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. In
Anerkennung des Umstandes, dass die beiden Sozialpartner in
Beschäftigungsfragen unterschiedlich vorgehen, unterstützen
EuroCommerce und Euro-FIET die Bemühungen der Europäischen Union zur
Beschäftigungsförderung. Sie begrüssen auch die Initiative des
Präsidenten der Europäischen Kommission, die Mitgliedstaaten und die
Sozialpartner mit dem von ihm im Jahre 1996 vorgeschlagenen
Vertrauenspakt für einen erneuten Einsatz zugunsten der
Beschäftigung zu gewinnen.
12. Die Empfehlungen
von Essen und der Vertrauenspakt sind allgemein formuliert und gelten
für alle Wirtschaftszweige. Die Sozialpartner im Handel betonen
jedoch, dass der besondere Charakter des Gross- und Einzelhandels als
kundenorientierte Dienstleistungssparte berücksichtigt werden muss,
wenn Beschäftigungs-programme ausgearbeitet werden, die sich über
mehrere Jahre erstrecken. Die erhoffte beschäftigungsfördernde
Wirkung kann aber nur dann erzielt werden, wenn den wirtschaftlichen
Sektoren mit dem grössten Beschäftigungspotential, namentlich den
Dienstleistungssektoren, die auch Handel und Vertrieb umfassen,
grösste Aufmerksamkeit geschenkt wird.
13. In Europa werden
vor allem kleine und mittlere Unternehmen ein Beschäftigungswachstum
verzeichnen. Im Handel beschäftigen die Unternehmen im Durchschnitt
4,5 Personen. Sollte Europa in den kommenden Jahren zu einem
erheblichen Beschäftigungswachstum zurückfinden, muss dieses
Wachstum zu einem grossen Teil in den Dienstleistungssektoren erzeugt
werden, und ganz besonders im Handel, wo zahlreiche kleine und
mittlere Unternehmen tätig sind.
14. Wie in vielen
anderen Dienstleistungssektoren gibt es im Handel und Vertrieb eine
Vielfalt von Beschäftigungsmöglichkeiten. In den meisten
europäischen Ländern wächst der Anteil der Teilzeitbeschäftigten
an der Gesamtbeschäftigung im Handel ständig. Dies kann vor allem in
den Ländern, in denen immer mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt
kommen, neue Chancen eröffnen. Andererseits ist es auch wichtig, dass
im Handel weiterhin in ausreichendem Masse Vollzeitarbeitsplätze zur
Verfügung stehen.
15. Angesichts der
Tatsache, dass einzelne Unternehmen auch in Zukunft unterschiedliche
Strategien wählen werden, weisen die europäischen Sozialpartner im
Handel nachdrücklich darauf hin, dass einer gezielt auf Berufe im
Handel ausgerichteten beruflichen Ausbildung vermehrte Aufmerksamkeit
gewidmet werden muss, da sie eine der wichtigsten Voraussetzungen für
die Erhaltung einer dienstleistungsorientierten und daher
beschäftigungsfördernden Entwicklungs-alternative für
Handelsbetriebe darstellt. Es ist zudem von entscheidender Bedeutung,
dass auch Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die bereits im
Handel beschäftigten Personen vorgesehen werden, von denen viele
Frauen sind, die oft nur eine geringere Ausbildung und keine
spezifische Berufsausbildung im Handel besitzen, wobei aber auch die
qualifizierten und gutausgebildeten Angestellten nicht vergessen
werden dürfen.
16. EuroCommerce und
Euro-FIET sind sich darüber einig, dass die Schaffung von
Arbeitsplätzen zu den grössten Herausforderungen im Handel und
Vertrieb gehört. Da dieser Sektor weiterhin eine wichtige
Beschäftigungsquelle darstellt, ist es wichtig, dass dem Handel in
der europäischen Beschäftigungspolitik und den diesbezüglichen
Entscheidungen gebührende Achtung geschenkt wird. Die Sozialpartner
im Handel verlangen daher eine umfassende Konsultation im Zusammenhang
mit allen auf europäischer Ebene geplanten
beschäftigungs-politischen Massnahmen.
17. Die Sozialpartner
im Handel arbeiten eng mit der Kommission und den Regierungen der
Mitgliedstaaten zusammen, um die Beschäftigung im Gross- und
Einzelhandel zu fördern. Die Sozialpartner heben hervor, dass ihr
Sozialdialog massgeblich zur Förderung der Kontakte, zur
Zusammenarbeit und zum Verständnis zwischen Arbeitgebern und
Arbeitnehmern und ihren Organisationen beiträgt, was für eine
stabile Entwicklung des Gross- und Einzelhandels in Europa und für
die Erhaltung und Förderung von Beschäftigung und existenzfähigen
Unternehmen unerlässlich ist, und sie fordern die Europäische
Kommission auf, den sozialen Dialog weiterhin aktiv zu unterstützen.
18. Heute steht vor
allem die Frage der Beschäftigung im Brennpunkt des europäischen
sozialen Dialogs zwischen Euro-FIET und EuroCommerce. Im März 1995
setzten die beiden Organisationen eine Arbeitsgruppe für
Beschäftigung ein. Mittlerweile wurde auch eine von der Europäischen
Kommission mitfinanzierte umfassende Erhebung über Arbeitsbeschaffung
eingeleitet. Die Arbeitsgruppe führte mehrere Konsultationen mit der
Kommission durch, die die Vorbereitung eines Grünbuchs über Handel
und Vertrieb zum Gegenstand hatten.
19. Die Sozialpartner
im Handel unterstützen die Empfehlung von Essen betreffend die
Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Diese muss auch im
Handel zur Anwendung kommen. Bereits im Jahre 1988 verlangten die
Sozialpartner eine Verstärkung der beruflichen Ausbildung im Handel,
als sie ein gemeinsames Memorandum zum Thema der Berufsausbildung im
europäischen Einzelhandel verabschiedeten. EuroCommerce und Euro-FIET
rufen dieses Memorandum in Erinnerung und weisen auf die nachfolgenden
Anstrengungen der Sozialpartner zur Förderung der Programme für
berufliche Aus- und Weiterbildung in Handels-berufen in Europa hin.
20. Eine umfassende
Ausbildung und eine solide Berufsausbildung sind wesentliche
Voraussetzungen für eine stabile Beschäftigung im Handel und für
die weitere Entfaltung von Fähigkeiten. In den meisten europäischen
Ländern wird der beruflichen Ausbildung und den
Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen, die eine berufliche
Laufbahn im Gross- und Einzelhandel anstreben, nicht genügend
Beachtung geschenkt. In vielen Fällen entstand dadurch ein Mangel an
qualifizierten Arbeitskräften, was die Handelsunternehmen dazu bewog,
weniger arbeitsintensive Unternehmensstrategien einzuführen, eine
Massnahme, auf die sie verzichtet hätten, wenn besser qualifiziertes
Personal zur Verfügung gestanden hätte.
21. Viele der bereits
im Handel beschäftigten Personen benötigen Schulungs-möglichkeiten,
die ihnen erlauben, ihre beruflichen Qualifikationen zu schützen und
auszubauen, um ihren Arbeitsplatz zu behalten und gegebenenfalls auch
andernorts wieder beschäftigt werden zu können. Viele
Handelsangestellte besitzen oft nur eine eingeschränkte Ausbildung
und keine Handels-Fachausbildung. Die Fachausbildung für Berufe im
Handel sollte daher im Rahmen von beschäftigungs-fördernden
Massnahmen, die sich an besonders schwache Gruppen auf dem
europäischen Arbeitsmarkt richten, ein zentrales Anliegen darstellen.
22. Prognosen zufolge
wird ein wachsender Anteil der Verbrauchernachfrage auf
Dienstleistungen entfallen. Die Entwicklung von
Dienstleistungs-Komponenten im Bereich von Handel und Vertrieb wird
daher auch aus beschäftigungspolitischer Sicht zu einem wichtigen
Faktor werden. In diesem Zusammenhang gibt es bereits Erfahrungen, die
ausgewertet werden müssen, namentlich in bezug auf private und
öffentliche Dienstleistungen, die von Einzelhandelsgeschäften in
ländlichen Gebieten erbracht werden. EuroCommerce und Euro-FIET
anerkennen, dass weitere Untersuchungen über Auswirkungen auf die
Beschäftigung der neu entstehenden Gross- und
Einzelhandelsdienstleistungen notwendig sind und sie erwarten, dass
ihnen ihr gemeinsames Forschungsprojekt Anhaltspunkte für
diesbezüglich zu ergreifende Massnahmen geben wird.
23. Die europäischen
Sozialpartner im Handel weisen nachdrücklich darauf hin, dass der
Dialog ein wichtiges Instrument für sie darstellen kann, das ihnen
erlaubt, zur Beschäftigungsförderung im Gross- und Einzelhandel
beizutragen. Die Sozialpartner müssen eine wichtige Rolle spielen
können, die ihnen ermöglicht, den europäischen Gross- und
Einzelhandel als eine leistungsfähige Branche beizubehalten, die
wirksam auf die zu erwartende Veränderung der Ver-braucherwünsche
reagieren und gleichzeitig vielen Europäern sichere und qualifizierte
Arbeitsplätze bieten kann.
24. Gemäss Angaben der
Europäischen Kommission wird sie vor Ende des Jahres 1996 ein
Grünbuch über Handel und Vertrieb veröffentlichen, das sich mit den
künftigen Entwicklungsaussichten des Gross- und Einzelhandels in der
Gemeinschaft befasst. Da die Sozialpartner im Handel noch keine
Gelegenheit hatten, Einblick in diesen Bericht zu nehmen, sind
EuroCommerce und Euro-FIET nicht in der Lage, konkrete und
ausführliche Vorschläge für Massnahmen zu unterbreiten, die im
europäischen Gross- und Einzelhandel zu einer günstigen
Beschäftigungsentwicklung beitragen könnten. EuroCommerce und
Euro-FIET sind jedoch der Auffassung, dass nach der Veröffentlichung
des Grünbuchs eine umfassende Diskussion über die Folgen der
Entwicklungen im europäischen Handel für die Beschäftigung in Gang
gebracht wird. Als Auftakt für diese Diskussion schlagen EuroCommerce
und Euro-FIET der Europäischen Kommission vor, mit den europäischen
Sozialpartnern im Handel im Rahmen des sozialen Dialogs im Jahre 1997
eine grosse Konferenz einzuberufen, die den Sozialpartnern in der
Europäischen Union und den Mitgliedstaaten erlauben soll, über
Massnahmen zu beraten, die zum Schutz und zur Förderung der
Beschäftigung im Gross- und Einzelhandel in Europa ergriffen werden
können.
25. EuroCommerce und
Euro-FIET sind sich darüber im klaren, dass die Meinungen der
Sozialpartner über Massnahmen, die zur Förderung einer günstigen
Beschäftigungsentwicklung im Handel ergriffen werden sollten,
auseinandergehen; sie weisen jedoch auf folgende Punkte hin, die in
diesem Zusammenhang behandelt werden könnten:
|
- Einleitung und
Unterstützung von Stadtsanierungsprojekten in europäischen
Innenstadtgebieten, mit dem Ziel, existenzfähige und
konkurrenzfähige Zonen für Einkauf, Unterhaltung und
kulturelle Aktivitäten zu schaffen, wo erstklassige
Dienstleistungen angeboten werden, die im Rahmen von
arbeitsintensiven Prozessen entstanden sind; diese Zonen
sollen mit öffentlichen oder privaten Transportmitteln leicht
erreichbar sein;
- Schaffung und
Bereitstellung von Einrichtungen für
dienstleistungsorientierte Einzelhandelsunternehmen in
Stadtzentren und in städtischen Wohngebieten;
- Bereitstellung
zusätzlicher öffentlicher und privater Dienstleistungen,
einschliesslich Post- und Sozialdiensten, die von
Einzelhandelsgeschäften in Gebieten erbracht werden könnten,
in denen ein Einzelhandelsangebot allein keine
Überlebenschance hätte;
- Vermehrte
Berücksichtigung der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die
ausdrücklich auf die Bedürfnisse des Handels zugeschnitten
ist, damit die notwendige dienstleistungsorientierte und
folglich beschäftigungsfördernde Entwicklung gewährleistet
werden kann. |