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Erklärung von EuroCommerce und EURO-FIET

zum Thema

Bekämpfung von Gewalt im Handel

 

1. Kriminalität und Gewalt in Geschäften, Einkaufszentren und Innenstädten sowie Einbrüche in Warenlager, Warenautomaten und Lieferfahrzeuge, bis hin zu tätlichen Angriffen auf die Auslieferungsfahrer, sind ein wachsendes Problem, das mit ernsthaften Folgen sowohl für die Arbeitgeber als auch für die Arbeitnehmer im Handel verbunden sein kann. Diebstähle und Raubüberfälle in den Läden ebenso wie gewalttätiges Verhalten und Aggression der Kunden nehmen zu. Somit ist Gewalt ein Problem des Gesundheitschutzes und der Sicherheit. EuroCommerce und EURO-FIET teilen ein gemeinsames Interesse an jenen, die im Handel tätig sind und halten eine enge Zusammenarbeit zwischen Sozialpartnern und den öffentlichen Behörden auf europäischer und nationaler Ebene für notwendig, um Probleme, die auftreten können, in Angriff zu nehmen.

2. Die Zunahme von Gewalt und Kriminalität seitens der Öffentlichkeit ist ein Spiegelbild gesellschaftlicher Probleme, die nicht einfach zu lösen sind, mit denen sich jedoch die öffentlichen Behörden auseinandersetzen müssen. Daher appellieren die Sozialpartner für den Handel an die öffentlichen Behörden auf nationaler und lokaler Ebene, der Problematik von Gewalt und Kriminalität ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden.

3. Der Kampf gegen das organisierte Verbrechen ist heute in vielen Teilen Europas innerhalb und ausserhalb der Europäischen Union auch in der Dreierkooperation zwischen Regierungen und Sozialpartnern zu einem wesentlichen Thema geworden. EuroCommerce und EURO-FIET machen auf die verstärkten Risiken aufmerksam, denen die Handelsunternehmen und ihr Personal durch das organisierte Verbrechen wie z.B. die Erpressung von sogenannten "Schutzgeldern" und Diebstählen ausgesetzt sind.

4. EuroCommerce und EURO-FIET weisen auf die Verpflichtung der Arbeitgeber hin, die Gesundheit und Sicherheit ihrer Arbeitnehmer zu schützen, und erkennen die Vorteile eines kontinuierlichen Sozialen Dialogs auf europäischer Ebene an, um die Entwicklungen beobachten zu können und Hilfen und Lösungen zur Bekämpfung von Kriminalität und Gewalt vorzuschlagen, die sich gegen den Handel richten und die Personen, die in diesem Sektor arbeiten.

5. Auch auf nationaler Ebene ist entschlossenes Handeln zur Bekämpfung von Gewalt und Kriminalität gegenüber im Handel tätigen Personen notwendig. EuroCommerce und EURO-FIET halten die Dreierkooperation für einen sinnvollen Schritt nach vorn. Im Rahmen dieser Dreierkooperation Leitlinien für den Umgang mit Kriminalität und Gewalt an Arbeitsplätzen im Handel und in Innenstädten zu geben, könnte einen praktischen Weg darstellen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Vermeidung von Zwischenfällen zu unterstützen, und wenn sie eintreten, ihnen zu helfen, damit umzugehen. Auch im Rahmen der beruflichen Bildung sollte dieses Thema angesprochen werden, um sicherzustellen, dass denjenigen, die im Handel tätig sind, bewusst ist, wie mit der Problematik umzugehen ist, und dass die Arbeitnehmer ihre Verpflichtungen in dieser Hinsicht kennen. EuroCommerce und EURO-FIET sind bereit, aktiv in der Entwicklung jedweden Materials auf europäischer Ebene oder sonstigen in dieser Hinsicht ergriffenen Initiativen mitzuwirken. Es ist wichtig, dass die Arbeitnehmer angemessen instruiert sind, damit sie sich in einer riskanten Situation richtig verhalten können. Adäquate Informationen und Leitlinien im Hinblick auf die Risiken von Gewalt, Verfahren zur Handhabung des Bargelds und das Verhalten gegenüber des Ladendiebstahls oder Raubüberfalls verdächtigen Personen, sind ebenfalls wichtig. Dem Gesundheitsschutz und der Sicherheit der betroffenen Arbeitnehmer wird Priorität eingeräumt.

6. Die Probleme im Zusammenhang mit Gewalt und Verbrechen sollten an den einzelnen Arbeitsplätzen selbst behandelt werden, da sich die Verhältnisse von einem Laden zum anderen sehr stark unterscheiden. Räumliche Gestaltung, Beleuchtung und Sicherheitsvorrichtungen, Überwachungs-systeme und die Personalbesetzung sind einige der Faktoren, deren Berück-sichtigung bei den Erwägungen, wie mit dem Gewaltproblem umzugehen ist, empfohlen wird. Besondere Aufmerksamkeit sollte Geldtransporten geschenkt werden, wobei durch qualifiziertes Personal oder autorisierte Sicherheitsunternehmen Risiken minimiert werden können.

7. Beim Umgang mit gegen den Handel gerichtete Kriminalität und Gewalt lassen sich drei allgemeine Stufen ermitteln:

1. Eruierung der Gefahr, diese dann
2. mindern, und sich schliesslich
3. den Folgen zuwenden.

8. Registrierte Aufzeichnungen über Vorkommnisse von Gewalt am Arbeitsplatz sollten aufbewahrt werden. Dort wo Verfahren und/oder Leitlinien existent sind, sollte über Zwischenfälle eine adäquate Berichterstattung erfolgen.

9. Nationale Behörden sollten diesen Problemen Aufmerksamkeit schenken und in Absprache mit den Sozialpartnern angemessene Nachsorgeprogramme schaffen, einschliesslich Unterstützung und Beratung von Arbeitnehmern, die Opfer von Gewalt geworden sind.

10. EuroCommerce und EURO-FIET appellieren an die öffentlichen Behörden, ihre Aufmerksamkeit verstärkt der Lösung des Problems von Gewalt und Kriminalität, wie Raubüberfälle und Ladendiebstähle in Geschäften, deren Umfeld und in Einkaufsvierteln, zuzuwenden. Die europäischen Sozialpartner für den Handel sind bereit, Initiativen zu unterstützen, deren Ziel es ist, das Einkaufsumfeld für alle sicherer zu machen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sollten zur Schaffung eines sicheren Umfelds beitragen.